Vor IWF-Besuch: Ägyptens Präsident Mursi tauscht Minister aus

Ägypten hofft auf einen milliardenschweren Kredit des Internationalen Währungsfonds und ist darum zu Veränderungen bereit. Kurz vor einem Besuch einer IWF-Delegation wechselt Präsident Mursi zehn Minister aus.

Ägyptens Präsident Mursi: Neue Minister und Verhandlungen mit dem IWF Zur Großansicht
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Ägyptens Präsident Mursi: Neue Minister und Verhandlungen mit dem IWF

Kairo - Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi will mit einer Kabinettsumbildung die wirtschaftliche Krise des Landes bekämpfen. Er entließ Finanzminister Mumtas al-Said und Innenminister Ahmed Gamal al-Din, wurde aus Regierungskreisen bekannt. Neuer Finanzminister wird Mursi al-Sajed Hegasi. Insgesamt zehn neue Minister wurden am Sonntag vereidigt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Mena meldete. Darunter auch die Ressortchefs für Kommunikation, Verkehr, Strom und Umwelt.

Knapp ein Drittel der Minister der Regierung wurden somit ausgetauscht. Mindestens drei Minister soll Mursis Partei stellen, die als politischer Arm der islamistischen Muslimbruderschaft fungiert. Aus Furcht vor zu großem Einfluss der Islamisten auf den Staat war es vor dem Verfassungsreferendum im vergangenen Monat zu Massenprotesten gekommen, bei denen elf Menschen getötet wurden.

Die Kabinettsumbildung kommt kurz vor dem Besuch einer Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ägypten bemüht sich um ein Milliardendarlehen und will mit dem IWF über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes beraten. Der künftige Finanzminister Hegasi sagte nach einem Treffen mit Ministerpräsident Hischam Kandil, er werde die Gespräche über einen 4,8 Milliarden Dollar schweren Kredit mit dem IWF aufnehmen.

Der IWF hatte das Darlehen im November zunächst genehmigt, es dann aber wieder gestoppt, weil die Regierung aus Angst vor sozialen Protesten eine Reihe geplanter Steuererhöhungen auf Eis legte. Die Verhandlungen über den Kredit waren wegen der Unruhen im Dezember unterbrochen worden.

Die ägyptische Wirtschaft leidet darunter, dass die politische Krise und die immer wieder aufkeimenden Unruhen zunehmend Investoren und Touristen abschrecken. Die Währungsreserven des Landes werden deswegen allmählich knapp. Das ägyptische Pfund hat seit Beginn des Aufstands gegen Mubarak 2011 zehn Prozent verloren. Allein in der vorigen Woche büßte es mehr als drei Prozent an Wert ein.

mmq/Reuters/dapd

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1. Helfen?
liliane66 06.01.2013
Ganz ehrlich, ich finde nicht das man Unrechtsstaaten weiterhin helfen soll. Und der stetige Abbau von Frauenrechten, der schon im Gange ist, ist Unrecht! Und kommt mir nicht mit demokratisch legitimiert. Wenn man genau nimmt, habe nur ca. 12 Millionen für die neue Verfassung gestimmt! Sharia-Staaten sollte man Allah überlassen! Dann wird die Bevölkerung sehen ob Allah seine Versprechungen nachkommt, und den versprochenen Wohlstand bei Sharia-Konfomität herunterregnen lässt. Alles andere ist Augenwischerei! Ich möchte an die Umpackerei der westlichen Hilfsgüter für die flutbetroffene pakistanische Bevölkerung erinnern! Nur damit diese nicht beleidigt wird durch Hilfsgüter von Ungläubigen! Das darf man nicht zulassen!
2.
Onkel_Karl 06.01.2013
Zitat von sysopREUTERSÄgypten hofft auf einen milliardenschweren Kredit des Internationalen Währungsfonds und ist darum offenbar zu Veränderungen bereit. Kurz vor einem Besuch einer IWF-Delegation wechselt Präsident Mursi Berichten zufolge zehn Minister aus. http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-mursi-bildet-kabinett-um-a-875973.html
Mursi sollte die Wirtschaft starten und keine Minister austauschen,dabei geht Mursi sehr perfide vor..Ägypten geht es schlecht..? Na weil es immer noch alte Minister im Amt sind(salafisten glauben ja dass sie von koran zitieren satt werden)und so wird es immer weiter gehen und es wird immer dunkler in Ägypten,er hat schon angekündigt Ägypten wird "gesäubert",die Menschen werden den "echten" Islam kennenlernen...wir alle wissen was es heisst,es ist Verfolgung von andersgläubigen und Unterdrückung,es ist Folter und Gefängniss..wie kann IWF Mursi Kredite geben,IWF unterstützt radikale Islamisten denn so einer ist Mursi. IWF sollte Sanktionen gegen Ägypten verhängen bis Mursi eine demokratische Verfassung entwirft und keine radikale die auf Sharia beruht..
3. 4,8 Mrd. Dollar...
jochen1978 06.01.2013
sind nicht viel in der heutigen Zeit... DIe wird er wohl kriegen...zu den alten und neuen Ministern kann man wenig sagen. Es zeigt aber, dass Mursi kein Konzept bzw. die Ägypter kaum fähige Politiker haben. Wo sollen sie auch her kommen?
4.
Onkel_Karl 06.01.2013
Zitat von liliane66Ganz ehrlich, ich finde nicht das man Unrechtsstaaten weiterhin helfen soll. Und der stetige Abbau von Frauenrechten, der schon im Gange ist, ist Unrecht! Und kommt mir nicht mit demokratisch legitimiert. Wenn man genau nimmt, habe nur ca. 12 Millionen für die neue Verfassung gestimmt! Sharia-Staaten sollte man Allah überlassen! Dann wird die Bevölkerung sehen ob Allah seine Versprechungen nachkommt, und den versprochenen Wohlstand bei Sharia-Konfomität herunterregnen lässt. Alles andere ist Augenwischerei! Ich möchte an die Umpackerei der westlichen Hilfsgüter für die flutbetroffene pakistanische Bevölkerung erinnern! Nur damit diese nicht beleidigt wird durch Hilfsgüter von Ungläubigen! Das darf man nicht zulassen!
Das ist nur der Anfang...in 1-2 Jahren wird Ägypten ganz gesäubert und IWF sponsert die Islamisten auch noch. Und wie schön wurde uns vor 2 Jahren alles berichtet und suggeriert..es wären junge Demokraten auf den Strassen(dabei wussten alle von vorne an wer da auf den strassen das sagen hat,als cnn reporterin in der menge vergewaltigt wurde),sie verachten alles westliches und alle unsere Werte...wie können unsere Politiker weiterhin von Demokratisierung reden,wenn reine Islamisten überall an die Macht gekommen sind.
5.
Onkel_Karl 06.01.2013
Zitat von jochen1978sind nicht viel in der heutigen Zeit... DIe wird er wohl kriegen...zu den alten und neuen Ministern kann man wenig sagen. Es zeigt aber, dass Mursi kein Konzept bzw. die Ägypter kaum fähige Politiker haben. Wo sollen sie auch her kommen?
Für Islamisten reicht es und sie müssen entlohnt werden..30 Jahre lang hat der Westen 1 Millarde Dollar an Mubarak überwiesen und die Politik hat ihre Augen geschlossen..Mubarak durfte alles,foltern,morden,verfolgen. Genau das selbe passiert momentan in Ägypten,der neuer Herrscher muss entlohnt werden und seine Macht festigen,einfach widerlich. P.S. Laut einer Studie werden in 15-20 Jahren in die EU etwa 60 Millionen Flüchtlinge einreisen und von wo..richtig aus Nord Afrika,viel Glück mit den Grossfamilien aus Libanon;)
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Abd al-Fattah al-Sisi

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