Kairo - Mit Brandsätzen und Steinen haben sich Anhänger und Gegner von Ägyptens Präsident Mohammed Mursi bis in den frühen Morgen erbittert bekämpft - genau vor dem Präsidentenpalast. Nun sind dort Panzer aufgefahren. Nur wenige Meter vor dem Eingang des Amtssitzes rollten mehrere Panzer und weitere Militärfahrzeuge vor. Sie gehören der Republikanischen Garde an und haben den Auftrag, das Staatsoberhaupt zu schützen.
Bei denheftigen Straßenschlachten in der Nacht wurden mindestens fünf Menschen getötet, mehr als 300 wurden verletzt. Die Krawalle hatten am Mittwochabend begonnen und dauerten stundenlang. Mit äußerster Brutalität bekämpften sich die verfeindeten politischen Lager. Beide Seiten nahmen Gefangene und malträtierten sie. Autos wurden angezündet. Die Hoffnungen auf eine politische Lösung der Krise schwinden.
Die Opposition demonstriert seit Tagen gegen Mursi. Dieser hatte sich per Dekret weitreichende neue Befugnisse gesichert und will einen neuen Verfassungsentwurf durchpeitschen.
Auch in anderen Städten kam es Berichten zufolge zu gewaltsamen Protesten. In Ismailia und Suez hätten Mursi-Gegner die Büros der ihm nahestehenden Muslimbruderschaft in Brand gesteckt. In der südlichen Stadt Luxor gingen Tausende von Anhängern der Islamisten auf die Straße und forderten die Einführung der Scharia.
Die Lage in Kairo sei inzwischen ruhig, berichten Augenzeugen. In den Straßen um den Gebäudekomplex würden wieder Autos fahren. Doch Hunderte Mursi-Anhänger seien noch immer in dem Viertel Heliopolis, das in der Nacht zum Mittwoch die Gewaltorgie erlebt hatte.
kgp/mgb/dpa/Reuters
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