Kairo - Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi will den Streit mit der Justiz entschärfen. Bei einem Treffen mit hohen Richtern kündigte er an, alle Hindernisse bei einer Konferenz erörtern zu wollen. Das teilte Präsidentensprecher Ehab Fahmi am Sonntag im ägyptischen Fernsehen mit.
Hintergrund des Konflikts sind Spannungen zwischen den regierenden Muslimbrüdern und dem Justizapparat. Dabei geht es auch um die Herabsetzung des Pensionsalters für Richter von 70 auf 60 Jahre. Damit würden fast 3000 Richter ihren Job verlieren.
Die Juristen lehnen diesen Schritt ab, weil sie dahinter den Versuch der Islamisten vermuten, die Unabhängigkeit der Justiz zu untergraben. Die Islamisten betrachten viele Richter als Überbleibsel des gestürzten Mubarak-Regimes.
Mursis Sprecher sagte, der Staatschef habe eingewilligt, am Dienstag ein Treffen abzuhalten, um die strittigen Punkte zu klären. Dabei solle eine Reform zur Zukunft des Justizsystems ausgearbeitet werden, die für beide Seiten tragbar sei. Mursi werde die Ergebnisse der Konferenz "persönlich billigen" und die Änderungen dem ägyptischen Parlament zuleiten.
ler/dpa/AFP
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