Übergangsregierung in Ägypten Muslimbrüder sollen Kabinettsposten bekommen

Ägyptens Übergangsregierung setzt auf Versöhnung. Der neu berufene Ministerpräsident Beblawi will die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit an der Regierung beteiligen. Einige Kabinettsposten solle der politische Arm der Muslimbrüder erhalten.

Interimspremier Beblawi (l.), Übergangspräsident Mansur: Plan zur Vermeidung des Blutvergießens
AFP

Interimspremier Beblawi (l.), Übergangspräsident Mansur: Plan zur Vermeidung des Blutvergießens


Kairo - Der neue ägyptische Regierungschef Hasim al-Beblawi will die vom Militär entmachteten Muslimbrüder an der künftigen Regierung beteiligen. Einige Kabinettsposten würden der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit angeboten, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Mena am Dienstagabend einen Sprecher des Präsidialamts.

Beblawi war wenige Stunden zuvor von Übergangspräsident Adli Mansur mit dem Posten des Regierungschefs betraut worden. Mansur legte zudem einen Fahrplan für baldige Parlamentswahlen und eine überarbeitete Verfassung vor, mit dem er Ägypten binnen weniger Monate aus der Krise führen will.

In einer Erklärung vom Dienstagabend hieß es, die Präsidentschaft beabsichtige, sich mit allen politischen Kräften in der kommenden Woche zu treffen, um einen Plan zur Vermeidung des Blutvergießens aufzustellen. Außerdem habe die Initiative mit Namen "Eine Nation" das Ziel, die Spaltung in der ägyptischen Gesellschaft zu überbrücken, schreibt die Zeitung "al-Ahram" online.

Der islamistische Präsident Mohammed Mursi war in der vergangenen Woche von den Streitkräften entmachtet und zusammen mit Gefolgsleuten festgenommen worden. Seither liefern sich dessen Anhänger täglich gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften des Landes. Die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit ist der politische Arm der Muslimbruderschaft.

sun/AFP/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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Pelao 10.07.2013
1. Kein Selbstmitleid bitte ...
Journalisten sollen berichten und keine Meinung machen ... Sollten sie dem jedoch nicht widerstehen können, können sie auch wie alle anderen Meinungsträger oder -macher behandelt werden.
Ghul 10.07.2013
2. Geschichte wiederholung
Und was zeigt uns diese Muslim-bruderschaft?Das es wiedermal nur um den machterhalt geht,und nicht darum was das beste für das Land währe.Die Geschichte wiederholt sich,immer!
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