Anschlag auf Moschee Ägyptisches Militär bombardiert "Terroristen-Verstecke"

Nach dem verheerenden Anschlag mit mehr als 230 Toten sinnt die ägyptische Regierung auf Vergeltung. In der Nacht warf die Luftwaffe Bomben auf der Sinai-Halbinsel ab.

Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi mit Beratern und Militärs
AFP

Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi mit Beratern und Militärs


Ägyptische Sicherheitskräfte haben nach einem der schwersten Anschläge im Land eine Offensive gegen mutmaßliche Terroristen auf der Sinai-Halbinsel begonnen. Das Militär sei vor Ort und werde nicht eher ruhen, bis alle eliminiert seien, die an dem Anschlag auf die Moschee beteiligt waren, zitiert die staatliche Zeitung "Al-Ahram" ägyptische Sicherheitskreise.

Am Freitagabend hatte Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi in einer Fernsehansprache eine "harte Antwort" angekündigt. Bereits in der Nacht zum Samstag flogen ägyptische Kampfjets auf der Sinai-Halbinsel Angriffe gegen vermutete "Terroristen"-Verstecke. Bei den Angriffen seien mehrere Fahrzeuge zerstört worden, die bei dem Anschlag benutzt worden seien, erklärte die Armee in der Nacht.

Mehrere Angreifer hatten am Freitag mit Sprengsätzen und Schusswaffen eine Sufi-Moschee im Norden der Sinai-Halbinsel angegriffen. Mindestens 235 Menschen starben laut einer Erklärung des zuständigen Staatsanwalts bei dem Angriff, mehr als hundert weitere wurden verletzt. Beim Sufismus handelt es sich um eine mystische Richtung des sunnitischen Islam. Mitglieder der IS halten die Angehörigen der Religion für Ungläubige.

Es habe Explosionen gegeben, als er die Kanzel zur Freitagspredigt hinaufgehen wollte, erklärte der Imam der Al-Radwah-Moschee der Nachrichtenseite "Al-Masry al-youm". Anschließend sei Panik ausgebrochen. Gläubige hätten teilweise versucht, die Moschee durch die Fenster zu verlassen, so Imam Mohammed Razik. Die Angreifer schossen anschließend auf die Flüchtenden.

Steinmeier: "Die Opfer von feigen Mördern"

International wurde die Tat scharf verurteilt. "Die Welt kann Terror nicht tolerieren, wir müssen sie (die Terroristen) militärisch besiegen und ihre extremistische Ideologie, auf der ihre ganze Existenz fußt, diskreditieren", schrieb US-Präsident Donald Trump auf Twitter. In einem späteren Telefonat mit al-Sisi verurteilte er den "feigen Anschlag" und versicherte, dass die USA "im Angesicht des Terrorismus" an der Seite Ägyptens stünden, wie das Weiße Haus mitteilte.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich betroffen von dem Anschlag: "Gläubige Moslems, die sich zum traditionellen Freitagsgebet in ihrem Gotteshaus getroffen haben, sind Opfer von feigen Mördern geworden." Der Vorsitzende des Uno-Sicherheitsrates, der Italiener Sebastiano Cardi, verurteilte im Namen aller Mitglieder den Anschlag aufs Schärfste. Alle Täter, Organisatoren und Unterstützer müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Auf der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines Ablegers der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Vor allem Sicherheitskräfte sind das Ziel der Islamisten. Militär und Polizei gehen in der Region massiv gegen mutmaßliche Terroristen vor. Bei Razzien kam es zuletzt häufiger zu tödlichen Schusswechseln. Die Region im Norden der Halbinsel ist zu großen Teilen militärisches Sperrgebiet.

irb/AFP/dpa



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julian0922 25.11.2017
1. Bomb,
the shit out of them!!! All you got! Wer Glaeubige terrorisiert verdient nichts besseres. Man kann selbst Trump zustimmen, es ist einfach nicht mehr tolerierbar und offensichtlich verstehen die nur die Sprache der Gewalt. "You harvest what you seed", somit nochmal, auch wenn es in DE und bei den Gutmenschen, die aber nur so lange Gutmenschen sind bis sie einen im Vorgarten haben, nicht ankommt: "bomb the shit out of them, their heritage, so they can't multiply, everybody!" Meine vollste Unterstuetzung! Nur so gehts! Das ist die Sprache die sie sprechen, das ist die Sprache die sie hoeren!
Heinrichxxx 25.11.2017
2.
Was für ein Elend, was für eine unfassbare Tragödie, weil man sich uneins ist, was der richtige Glaube ist. Wohlgemerkt, über etwas, dass sich Menschen ausgedacht haben. Religion generell, derzeit leider vor allem die islamische, ist die Wurzel vielen Übels.
FinWir.de 25.11.2017
3. Erinnert etwas an die Entwicklung des Iraks
Nach dem arabischen Frühling, aus dem die überaus inkompetente Muslimbruderschaft als stärkste Partei hervortrat, folgte ein Putsch durch das Militär und Sisi. Seit dem wurde die Muslimbruderschaft, die durchaus den sozialen Kit der ägyptischen Gesellschaft darstellte - durch karrikative und soziale Projekte - verboten. Ihre Anführer wurden ermordet, eingesperrt oder flüchteten ins Exil, der Rest fing an sich zu radikalisieren und verübt heute Anschläge gegen den ägyptischen Staat. Eine Diktatur durch das Militär, welches seine Pfründe nicht abgeben will und der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung im Wege steht. Immerhin leben 2/3 der Menschen in Ägypten unterhalb der Armutsgrenze.
omanolika 25.11.2017
4. Die unendliche Feigheit des Terrors
Das Ägyptische Militär wird probieren, wirklich alle Beteiligten zu eliminieren, die mit dem Anschlag in Verbindung stehen! Die Wut kann man absolut verstehen, weil echt des Angriffs Skrupelosigkeit, nur übertrumpft wird von der Feigheit, von jenen dummen "Kriegern Gottes", deren Ideologie nur bedarf des Spottes... Ob die Waffeneinsätze wirklich Frieden bringen, und die Ausrottung des Terrors ja wird gelingen, durch noch mehr Tod und richtig Blutvergießen, ist von der Logik her, wie mehr gießen, damit das Wasser aufhört zu fließen... Aber hoffentöich wird man dennoch bald oder irgendwann verstehen, eine dauerhafte Lösung des Terrorproblems, wird nur friedlich gehen...
seamanslife 25.11.2017
5. die Geldgeber dieser Fanatiker sind alle bekannt
Die Politiker Europas einschließlich besonders unsere Bundeskanzlerin sitzen gern an ihren Tischen. Solange man denen nicht auf die Finger haut geht das so weiter. Das sind auch die Produzenten der Flüchtlingsströme. Ohne deren finanzielle Hilfe gäbe es keinen Salafismus, IS, Boko Haram, Sha Bab, Al Nusra und wie sich all die Milizen im Namen des Herrn nennen. Diese Geldgeber protegieren Mörder, Geiselnehmer,Menschenhändler und Diebe.
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