Mutmaßlicher Terrorverdacht Ägypten schiebt deutschen Staatsbürger ab

Seit Wochen war ein Göttinger Student in Ägypten spurlos verschwunden. Am Freitagmorgen nun kam er in Frankfurt an. Ägypten hatte ihn wegen eines mutmaßlichen Terrorverdachts abgeschoben.

Flughafen Frankfurt
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Flughafen Frankfurt


Die ägyptischen Behörden haben einen 23-jährigen Mann aus Göttingen wegen mutmaßlicher Terrorverbindungen zurück nach Deutschland abgeschoben. Das bestätigten deutsche Sicherheitskreise dem SPIEGEL. Demnach ist Mahmoud Abdel Aziz am Freitagmorgen am Frankfurter Flughafen mit einem Lufthansa-Flug angekommen.

Der junge Deutsche wurde am Flughafen zunächst von Polizeibeamten vernommen, aber nicht festgenommen. Denn ob tatsächlich ein relevanter Terrorverdacht gegen den Studenten vorliegt, sei nicht klar, hieß es von Ermittlern.

Zuvor hatte die ägyptische, staatlich gelenkte Zeitung "Al-Ahram" über die Abschiebung berichtet. Demnach soll der Mann versucht haben, sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf der Sinai-Halbinsel anzuschließen. Der Student war vor zwei Wochen bei der Einreise nach Kairo von den ägyptischen Behörden festgehalten worden und galt anschließend zunächst als verschwunden. Der 23-Jährige besitzt die deutsche und ägyptische Staatsbürgerschaft.

Fall eines zweiten Deutschen noch unklar

Genau wie Abdel Aziz war auch ein zweiter Deutscher zwischenzeitlich in Ägypten vermisst: der 18 Jahre alte Isa El Sabbagh aus Gießen. Laut der Nachrichtenagentur AP soll auch dieser abgeschoben worden sein. Auch dieser sei nach Frankfurt geschickt worden. Eine Bestätigung dafür gab es von deutschen Behörden bisher nicht. Die Nachrichtenagentur AFP wiederum schreibt, dass im Falle El Sabbaghs das Abschiebeverfahren laufe. Demnach könnte er in den nächsten Tagen in Deutschland eintreffen.

Das Auswärtige Amt hatte zuvor bestätigt, dass sich ein seit mehreren Wochen vermisster 18-jähriger Deutscher aus Gießen ebenfalls in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befindet. Die Sicherheitsbehörden sollen nach dem Bericht der Zeitung "Al-Ahram" Karten der Sinai-Halbinsel bei ihm gefunden haben. Der Beschuldigte hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert.

aev/mgb/dpa/AFP



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