Machtkampf in Ägypten Sohn von Muslimbruder Badie stirbt an Schussverletzung

Die Gewalt in Ägypten hat allein am Freitag mindestens 173 Menschenleben gefordert - so die offiziellen Angaben der Regierung. Unter den Getöteten war auch ein Sohn von Mohammed Badie, der zum engsten Führungskreis der Muslimbruderschaft gehört.

Muslimführer Badie: Wegen Aufrufen zur Gewalt soll er vor Gericht
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Muslimführer Badie: Wegen Aufrufen zur Gewalt soll er vor Gericht


Kairo - Sein Tod dürfte die Anhänger der Muslimbruderschaft noch einmal zusätzlich anstacheln. Der 38-jährige Ammar Badie erlitt eine tödliche Schusswunde, als er am Freitag, dem Tag des Zorns, gegen die Entmachtung von Mohammed Mursi protestierte. Sein Vater Mohammed Badie gehört zum engsten Führungskreis der Islamisten. Die Übergangsregierung hält ihn für einen der Urheber der Gewalt, die auf den Straßen herrscht, und will ihn vor Gericht stellen. Badie ist allerdings untergetaucht.

Am vergangenen Mittwoch war Asmaa al-Beltagi, die Tochter eines anderen führenden Mitglieds der Islamisten-Vereinigung, bei der gewaltsamen Räumung eines Protestlagers der Muslimbrüder in Kairo ums Leben gekommen.

Nach dem Tod von mehr als 100 Menschen am "Tag des Zorns" richtet sich Ägypten auf weitere Gewaltausbrüche ein. Die Muslimbruderschaft rief zu einer Woche landesweiter Proteste auf, die am Samstag beginnen sollte. Bei Zusammenstößen waren am Freitag nach Angaben der Regierung 1004 Islamisten festgenommen worden. "Elementen" der Muslimbrüder wurden terroristische Handlungen vorgeworfen, wie die Übergangsführung des bevölkerungsreichsten arabischen Landes mitteilte. International gerät die vom Militär eingesetzte Regierung immer mehr in die Kritik.

Eskaliert war die Gewalt am Mittwoch nach der Räumung zweier Protestcamps, in denen seit Anfang Juli Tausende Menschen ausgeharrt hatten und die Wiedereinsetzung des vom Militär entmachteten Mursi forderten. Seitdem kamen offiziellen Angaben zufolge mehr als 700 Menschen ums Leben, allein am Freitag, dem "Tag des Zorns", waren es mehr als 100. Internationale Appelle zur Gewaltlosigkeit verhallten ungehört.

Besonders gespannt war die Lage in der Kairoer Fatah-Moschee, in der Hunderte Mursi-Anhänger ausharrten und die von Sicherheitskräften umstellt war. "Unser Nein zum Putschregime ist eine islamische, nationale und ethische Pflicht, der sich niemand entziehen kann", erklärten die Muslimbrüder. Sie werfen dem Militär vor, mit dem Sturz des ersten demokratisch gewählten Präsidenten an die Schalthebel der Macht zurückkehren zu wollen.

Kairo auf einen Blick: Die wichtigsten Schauplätze der vergangenen Tage
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Kairo auf einen Blick: Die wichtigsten Schauplätze der vergangenen Tage

mik/Reuters

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hatomune 18.08.2013
1. Und ich sage euch,...!!!!
Zitat von sysopDPADie Gewalt in Ägypten hat allein am Freitag mindestens 173 Menschenleben gefordert - so die offiziellen Angaben der Regierung. Unter den Getöteten war auch ein Sohn von Mohammed Badie, der zum engsten Führungskreis der Muslimbruderschaft gehört. http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-sohn-von-muslimfuehrer-badie-stirbt-bei-demonstrationen-a-917091.html
Es sind immer wieder diese erhobenen Zeigefinger, die einen Schaudern machen! Wenn es nur der Finger der Belehrung wäre (was auch schon unerträglich ist), aber es ist der Finger der prinzipiellen Androhung von Gewalt...
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