Ägypten TV-Satiriker wegen aufgeblasener Kondome festgenommen

Zum fünften Jahrestag des Arabischen Frühlings hatten sie Sicherheitskräften Kondome in die Hand gedrückt, die wie Luftballons aussahen. Deswegen ist ein ägyptisches Fernsehteam nun festgenommen worden.


TV-Reporter in Ägypten sind offenbar festgenommen worden. Der Vorwurf: Sie sollen Polizisten mit aufgeblasenen Kondomen verspottet haben. Dies berichtete die private Nachrichtenseite "Al-Masry Al-Youm". Das Team aus Shady Hussein und Ahmed Malek hatte den Sicherheitskräften am Montag wie Luftballons aussehende Gummis in die Hand gedrückt.

Der Anlass war der fünfte Jahrestag der arabischen Aufstände in Kairo. Auf den Kondomen stand "Von Ägyptens Jugend am Jahrestag der Aufstände des 25. Januar". Auf dem Video sieht es so aus, als hätten die Polizisten nicht bemerkt, was sie lächelnd in den Händen hielten. Bei der Aktion verhielten sich die Satiriker wie Anhänger des Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sisi, küssten etwa den Boden und riefen "Lang lebe Ägypten".

Das autoritäre Regime in Ägypten unterdrückt politische Proteste von Demokratie-Aktivisten und von den verbotenen islamistischen Muslimbrüdern. Am Tahrir-Platz feierten stattdessen die Anhänger Sisis. Der Platz war das Zentrum der Aufstände, die 2011 zum Sturz des Langzeitmachthabers Hosni Mubarak führten.

Das Video verbreitete sich viral und wurde bis Dienstag mehr als eine Million Mal angeschaut und 15.000-mal geteilt. Dem Team wird vorgeworfen, die Polizei beleidigt zu haben. Sollten sie verurteilt werden, droht ihnen eine sechsmonatige Gefängnisstrafe und eine Geldstrafe.

Ein Überblick über die Staaten des Arabischen Frühling zum fünften Jahrestag des "Tag des Zorns":

vek/dpa/AP



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bertholdalfredrosswag 26.01.2016
1. Es gäbe wichtigeres zu kommentieren
Eine politische Motivation noch eine Symbolik kann ich hierbei nicht erkennen. Ob das als Straftat gesehen werden kann, einem Polizisten ein Kondom zu reichen, käme darauf ahn ob das eine Verulkung dahingehend sei sollte, dass er lieber sich einem Schäferstündchen widmen sollte, anstatt Dienst auf der Straße zu tun? Dafür Gefängnis androhen ist übertrieben eine kleine Geldbuße könnte angemessen sein mit dem Hinweis solche Scherze in Zukunft zu unterlassen.
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