Nach Bombenanschlag Ägypten verhängt Ausnahmezustand auf Sinai

Bei einem Bombenanschlag auf der Halbinsel Sinai sind 30 Soldaten ums Leben gekommen. Die ägyptische Regierung hat deshalb den Ausnahmezustand über Teile der Halbinsel verhängt.

Grenzübergang zwischen Israel und Ägypten: Immer wieder Anschläge
REUTERS

Grenzübergang zwischen Israel und Ägypten: Immer wieder Anschläge


Kairo- Nach einem schweren Bombenanschlag auf der Halbinsel Sinai hat die ägyptische Regierung für Teile der Region den Ausnahmezustand verhängt. Dieser gelte ab Samstag für zunächst drei Monate und betreffe den Norden und das Zentrum der Halbinsel, teilte die ägyptische Präsidentschaft in der Nacht zum Samstag mit. Nach Angaben der Zeitung "Al-Ahram" gehört dazu auch eine Ausgangssperre von 17 bis 7 Uhr.

Armee und Polizei würden "alle notwendigen Maßnahmen einleiten", die im Kampf gegen den "Terror und seine Finanzierung" nötig seien, hieß es in der Anordnung von Präsident Abd al-Fattah al-Sisi. Zudem gelte eine dreitägige Staatstrauer.

Am Freitag war bei einem Kontrollpunkt eine Autobombe explodiert. Dabei sollen nach Angaben der Behörden 30 Soldaten getötet und 29 weitere verletzt worden sein. Sicherheitskräfte vermuteten islamistische Gruppierungen hinter der Tat. Es war der schwerste Angriff auf ägyptische Sicherheitskräfte seit der Entmachtung von Staatschef Mohammed Mursi durch das Militär im Sommer vergangenen Jahres.

Das ägyptische Militär geht seit Jahren immer wieder auf dem Sinai gegen islamistische Milizen und Schmugglerbanden vor, die sich nach den arabischen Aufständen und dem Sturz des Machthabers Husni Mubarak 2011 dort breitgemacht haben. Regelmäßig gibt es Attacken auf die Sicherheitskräfte. Zu mehreren Angriffen hat sich die islamistische Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis bekannt.

stk/AFP/dpa



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