Ex-Präsident von Ägypten Husni Mubarak liegt im Koma

Der ägyptische Ex-Präsident Husni Mubarak liegt nach Angaben aus Ärztekreisen im Koma. Er werde künstlich beatmet, hieß es in Kairo. Zuvor hatte die amtliche Nachrichtenagentur Mena Mubarak für klinisch tot erklärt.

Klinisch tot: Ex-Ägyptens Präsident Husni Mubarak vor seinem Sturz (2011)
dpa

Klinisch tot: Ex-Ägyptens Präsident Husni Mubarak vor seinem Sturz (2011)


Kairo - Der ehemalige ägyptische Präsident Husni Mubarak ringt mit dem Tod: Nach Angaben von Ärzten liegt er im Koma und wird künstlich beatmet. Die Nachrichtenagentur "Reuters" zitiert Militärkreise, die ihn als "vollständig bewusstlos" beschreiben. Der inhaftierte Ex-Diktator hatte einen Schlaganfall erlitten.

Zuvor hatte die amtlichen Nachrichtenagentur "Mena" berichtet, Mubarak sei klinisch tot. "Mubaraks Herz hat aufgehört zu schlagen, wurde mit mehreren Ladungen eines Defibrillators behandelt, reagierte aber nicht", hieß es in der Mitteilung der Agentur. Sicherheitskreise und Mitarbeiter des Krankenhauses bestätigten die Meldung.

Angehörige des Militärs dementierten jedoch die Berichte gegenüber "Reuters": Es sei noch zu früh davon zu sprechen, dass Mubarak klinisch tot sei. Auch ein Mitglied des herrschenden Militärrats, General Said Abbas, widersprach der Meldung.

Laut "Mena" hatte zunächst ein Gefängnisbeamter angesichts "der dramatischen Verschlechterung von Mubaraks Gesundheitszustand" dessen Ärzte alarmiert. Diese hätten ihm Medikamente gegen Blutgerinnsel verabreicht.

Die Darstellungen des Zustands Mubaraks blieben zunächst widersprüchlich: So hatten Medien zuvor berichtet, das Herz des Ex-Präsidenten habe für mehrere Sekunden ausgesetzt. Mubarak habe das Bewusstsein verloren und Ärzte hätten ihn mit einem Defibrillator wiederbelebt. Später meldeten Staatsmedien, Mubarak liege im Koma. Dann bestätigten Krankenhauskreise, Mubarak sei klinisch tot.

Das ägyptische Innenministerium teilte am Abend mit, der verurteilte Diktator sei aus der Krankenstation des Gefängnisses in Tora in eine naheliegende Militärklinik gebracht worden. Schon in den vergangenen Wochen hatte Mubarak mehrfach vorübergehend das Bewusstsein verloren. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen litt er unter schweren Depressionen, Atemnot und Bluthochdruck.

Der Ex-Präsident war Anfang Juni wegen seiner Mitschuld am Tod von Demonstranten während der Massenproteste 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seitdem verschlechterte sich sein Gesundheitszustand deutlich.

usp/Reuters/AFP/dpa

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RagabAbdelaty 19.06.2012
1. jetzt
Es interessiert mich als Ägypter nicht, ob er wirklich tot ist oder nicht. Was mich interessiert, ist ein demokratischer Wandel in Ägypten. Der Militärrat muss die Macht übergeben, damit sich das Land endlich stabilisieren kann. Mubarak spielt sowieso keine wichtige Rolle mehr.
B.C. 19.06.2012
2.
Soso, vorher in ein Militärkrankenhaus verlegt. Ich hoffe man gleicht vor der Beisetzung/Verbrennung die DNA "seiner" Leiche mit alten Proben bzw. denen seiner Verwandten ab.
team_gleichklang_de 19.06.2012
3. Ist jetzt alles gut
Sie alle lobten ihn, die Reagans, Bushs, Clintons und Obamas, die Kohls, Schröders und Merkels, ob USA, Deutschland, Großbritannien oder Israel, ob Spiegel, Stern, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine oder die New York Times. Für alle war er Freund, Pragmatiker, Garant der Stabilität. Jahrzehnte lobten wir ihn, nach wenigen Wochen ließen wir ihn fallen und jetzt im Gefängnishospital verrecken. Vermutlich ist er uns lieber als Toter denn als lebendiger Zeuge unserer Freundschaft. Wie widerlich, verkommen und heuchlerisch sind wir eigentlich? Diese Frage sollten wir beantworten, damit wir nicht immer weiter Schergen zu Freunden und Freunde zu Monstern erklären. Beantworten wir diese Frage nicht, verdienen wir den Namen Demokratie nicht, verdienen wir kein anderes Schicksal als unser Freund Hosni Mubarak!
Coiote 19.06.2012
4. Steilvorlage für Verschwörungstheorien
Kurz nach seiner Verurteilung stirbt der verhasste, aber sicherlich immer noch vermögende Ex-Diktator Mubarak. An so viel Zufall will man natürgemäß nicht so recht glauben. Ob er ermordet wurde? Oder ob Mubaraks Tot dank seines verbliebeben Vermögens lediglich für die Öffentlichkeit vorgetäuscht wurde, damit er den Rest seines Lebens auf einer sonnigen Insel verbringen kann? Unmöglich erscheint das alles nicht. Verschwörungstheorien sind vorprogrammiert, und vielleicht stimmt eine davon sogar.
Altesocke 20.06.2012
5. ??
Zitat von sysopdapdDer frühere ägyptische Präsident Mubarak ist nach einem Schlaganfall ins Koma gefallen und klinisch tot. Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Mena. Zuvor war er vom Gefängnis in ein Militärkrankenhaus verlegt worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,839856,00.html
Ist da jetzt gut, oder schlecht, fuers Militaer?
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