Ägyptens Ex-Regierungschef: Verwirrung über Mubaraks Gesundheitszustand
Liegt er im Koma oder nicht? Aus Ägypten gibt es widersprüchliche Informationen zum Zustand des ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak. Seine Gesundheit ist seit Monaten Dauerthema, weil ihm der Prozess gemacht werden soll - dazu muss er aber verhandlungsfähig sein.
Kairo/Hamburg - Wie ist der Gesundheitszustand von Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak? Am Sonntagabend gab es dazu widersprüchliche Berichte. Der staatliche ägyptische Rundfunk und der arabische Fernsehsender al-Dschasira berichteten, Mubarak habe einen Schlaganfall erlitten und liege im Koma.
Mubaraks Rechtsanwalt Farid el Deeb habe dies bestätigt, berichtete der arabische Sender. Mubarak falle gelegentlich ins Koma, der Zustand sei aber stabil, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Dem Anwalt zufolge arbeiten Ärzte daran, Mubarak aus dem Koma zu holen.
Allerdings dementierte der Direktor der Luxus-Krankenhaus im Sinai-Bad Scharm el Scheich, in dem sich Mubarak seit Juni unter Arrest aufhält, dass der Ex-Regierungschef ins Koma gefallen sei. Der 83-Jährige habe lediglich niedrigen Blutdruck gehabt und sich schwindelig gefühlt, sagte der Leiter des betreuenden Ärzteteams, Assen Assam. Sein Befinden sei stabil. Mubarak wurde bislang in erster Linie wegen Herzproblemen behandelt.
Mubarak wurde im Februar durch einen Volksaufstand gestürzt. Er befindet sich in einem Krankenhaus in Scharm el-Scheich. Mubarak werden die Tötung von Demonstranten und Machtmissbrauch vorgeworfen, ihm droht ein Prozess. Der 83-Jährige weist die Vorwürfe zurück.
Verhandlungsfähig oder nicht?
Die Frage, ob Mubarak verhandlungsfähig ist, stellte sich angesichts des für August angesetzten Prozessbeginns gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten zuletzt immer dringlicher. Anwalt Farid el Deeb hatte Ende Juni mitgeteilt, Mubarak sei an Krebs erkrankt. Es gebe Hinweise auf Magenkrebs, sagte der Verteidiger. Bereits zuvor hatte es zahlreiche Spekulationen über seinen Gesundheitszustand gegeben hatte.
Der Ex-Präsident soll sich vom 3. August an wegen des Vorwurfs der Korruption und der Verschwörung im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf Demonstranten vor Gericht verantworten. Im Falle einer Verurteilung droht Mubarak die Todesstrafe. Während des zweieinhalbwöchigen Volksaufstands wurden mindestens 846 Demonstranten getötet.
In Ägypten verkaufen Straßenhändler seit einiger Zeit "Galgenstricke", die sich manche Autofahrer hinter die Scheibe hängen. Damit wollen sie ausdrücken, dass sie Mubarak möglichst bald am Galgen sehen wollen.
Der am 11. Februar im Zuge der Protestbewegung gestürzte Mubarak war am 13. April nach Herzbeschwerden während eines Verhörs in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Ende Mai hatte eine von der ägyptischen Generalstaatsanwaltschaft in Auftrag gegebene ärztliche Untersuchung ergeben, dass er nicht in ein Gefängnis verlegt werden könne. Die Ärzte erklärten, Mubarak sei geschwächt und niedergeschlagen, zudem bestehe das Risiko eines Herzinfarkts.
tdo/ulz/dpa/Reuters
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Fläche: 1.002.000 km²
Bevölkerung: 81,121 Mio.
Hauptstadt: Kairo
Staatsoberhaupt:
Mohammed Mursi
Regierungschef: Hischam Kandil
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