Jordanien Die Wundheiler von Amman

Verbrannt, verstümmelt, traumatisiert: Im Nahen Osten gibt es Tausende Opfer der regionalen Konflikte. In Jordanien behandeln plastische Chirurgen von Ärzte ohne Grenzen Schwerverletzte aus der ganzen Region.

Alessio Mamo

Manal ist elf Jahre alt - und für ihr Leben gezeichnet. Das Mädchen ist Opfer des Kriegs im Irak, war zur falschen Zeit am falschen Ort, als eine Rakete in Kirkuk im Norden des Landes einschlug. Und doch hatte sie Glück: Manal lebt heute in der jordanischen Hauptstadt Amman und wird dort in einem Krankenhaus behandelt, das auf rekonstruktive chirurgische Eingriffe spezialisiert ist.

Die Klinik wird von Ärzte ohne Grenzen geführt. Die Patienten kommen nicht nur aus dem benachbarten Irak, sondern aus dem ganzen Nahen Osten - aus dem Bürgerkriegsland Syrien, dem palästinensischen Gazastreifen oder auch dem fernen Jemen, wo der brutale Mehrfrontenkrieg nach Uno-Angaben die "größte humanitäre Krise der Welt" ausgelöst hat.

148 Betten gibt es in dem Krankenhaus in Amman. Viel zu wenig für die zahllosen Opfer der Konflikte in der Region. Hunderte Menschen stehen auf der Warteliste. Ihr Leben wurde oftmals in wenigen Sekunden zerstört. Die auf plastische Chirurgie spezialisierten Ärzte brauchen Stunden, um allein ein Körperteil wieder herzustellen.

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Ärzte ohne Grenzen: Die Wundheiler

Der Fotograf Alessio Mamo und die Journalistin Martina Bellingreri haben für ihr Projekt "The Hospital of all the Wars" die verletzten Flüchtlinge und ihre Familien acht Wochen lang begleitet und porträtiert - auch Manal, die schon etliche Operationen hinter sich gebracht hat und nun jeden Tag für mehrere Stunden eine Schutzmaske tragen muss.

dop



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