Addis Abeba Tödliche Explosion nach Ansprache von Präsident Abiy

Mit seinem Auftritt in der Hauptstadt Addis Abeba wollte Ministerpräsident Abiy Ahmed für seine Reformpolitik werben. Bei einem Anschlag starben mehrere Zuhörer. Der Politiker blieb unverletzt.

Nach dem Anschlag in Addis Abeba
STR/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Nach dem Anschlag in Addis Abeba


Es sei ein "gut orchestrierter Anschlag" gewesen. So erklärte der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed nach einer Explosion während einer Kundgebung in Addis Abeba. Mehrere Menschen seien getötet oder verletzt worden, sagte Ahmed, der nach der Explosion in Sicherheit gebracht wurde, laut äthiopischen Medien. Hinter der Tat vermutete der Politiker Gegner seiner Reformpolitik. Die Opfer würdigte er als "Märtyrer der Liebe und des Friedens".

Unter den zehntausenden Besuchern kam es zu panikartigen Szenen. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Sie ereignete sich kurz nach Abiys Rede. Im Anschluss an die Explosion stürmten dutzende Menschen den Ort der Kundgebung im Zentrum der Hauptstadt und skandierten regierungsfeindliche Parolen. Unter den Teilnehmern der Kundgebung kam es zu Rangeleien, Journalisten wurden mit Steinen beworfen.

Durch den öffentlichen Auftritt wollte Abiy in der Bevölkerung den Rückhalt für seine Reformpolitik gewinnen. Es war sein erster in der Hauptstadt seit seinem Amtsantritt im April.

Abiy brach mit der autoritären Politik seiner Vorgänger: Er ließ politische Gefangene frei, leitete eine Liberalisierung der Wirtschaft ein und unterbreitete dem verfeindeten Nachbarstaat Eritrea ein Friedensangebot. Unklar ist, wie groß der Rückhalt für Abiys Reformpolitik in der Regierungspartei EPRDF ist.

Die Explosion ereignete sich auf dem Meskel-Platz im Herzen von Addis Abeba. Der Platz ist ein Geschäfts- und Verkehrsknotenpunkt. Dort kreuzen sich die zwei Straßenbahnlinien von Addis Abeba, es gibt Läden, Restaurants und Bürogebäude. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder politische Unruhen in dem 105-Millionen-Einwohner-Land gegeben.

cbu/dpa/AFP



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