Erstmals seit 22 Jahren Eritreas Präsident besucht Äthiopien

Äthiopien und Eritrea führten einen brutalen Krieg mit Tausenden Toten. Nun haben sich die beiden Länder ausgesöhnt - und Eritreas Präsident Issaias Afwerki besuchte seine Feinde von früher in Addis Abeba.

Issaias Afwerki (l) am Flughafen in Addis Abeba
AFP

Issaias Afwerki (l) am Flughafen in Addis Abeba


Wandel durch Annäherung: Die früheren Kriegsgegner Äthiopien und Eritrea treiben nach Jahrzehnten der Feindschaft ihre Aussöhnung voran. Eritreas Präsident Issaias Afwerki traf am Samstag zu seinem Besuch seit 22 Jahren in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ein.

Er erwiderte damit einen Besuch von Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmad, der am vorangegangenen Wochenende in Eritrea war, um mit Afwerki eine Friedenserklärung zu unterzeichnen.

Abiy empfing den Gast aus Eritrea mit militärischen Ehren am Flughafen. Tausende Äthiopier säumten die Straße vom Flughafen ins Stadtzentrum, das mit äthiopischen und eritreischen Flaggen geschmückt war.

Abiys Stabschef Fitsum Arega schrieb auf Twitter: "Willkommen daheim, Präsident Issaias."

Der eritreische Informationsminister Yemane Gebremeskel erklärte, der Besuch werde "den gemeinsamen Marsch zu Frieden und Zusammenarbeit vorantreiben".

Jahrelanger Krieg, Tausende Tote

Afwerki will drei Tage in Äthiopien bleiben. Er sollte der Wiedereröffnung der eritreischen Botschaft beiwohnen und mit seiner Delegation einen Industriepark besuchen.

Das in der Vorwoche von Abiy und Afwerki unterzeichnete Abkommen markiert eine Kehrtwende im Verhältnis beider Länder: Eritrea hatte sich Anfang der Neunzigerjahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt. Das weit größere Äthiopien verlor dadurch den direkten Zugang zum Roten Meer.

Wegen eines Grenzkonflikts führten die beiden Länder am Horn von Afrika von 1998 bis 2000 dann wieder einen Krieg gegeneinander, in dem rund 80.000 Menschen getötet wurden. Seitdem lagen die Beziehungen auf Eis.

dop/dpa/AFP



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