Ostafrika Äthiopien wählt erstmals eine Frau an die Spitze

Sahle-Work Zewde ist Äthiopiens neue Staatschefin. Der Stabschef des Premierministers nennt die Personalie "zukunftsweisend" - schon das neue Kabinett in dem Land ist im weltweiten Vergleich besonders.

Sahle-Work Zewde
AFP

Sahle-Work Zewde


Eines der bevölkerungsstärksten Länder Afrikas ist weiter auf Modernisierungskurs: In Äthiopien steht erstmals eine Frau an der Staatsspitze. Sahle-Work Zewde ist von den Abgeordneten einstimmig zur Präsidentin des ostafrikanischen Landes gewählt worden.

"In einer patriarchalen Gesellschaft wie der unsrigen ist die Ernennung einer Frau zum Staatschef nicht nur zukunftsweisend, sondern etabliert auch Frauen als Entscheidungsträger in der Öffentlichkeit", schrieb der Stabschef des Premierministers Abiy Ahmed bei Twitter. Nur Tage vor ihrer Wahl war in Addis Abeba eines der weltweit wenigen Kabinette mit einem 50-prozentigen Frauenanteil angenommen worden.

Sahle-Work folgt auf den scheidenden Staatschef Mulatu Teshome. Die Diplomatin hatte vor ihrer Wahl als Uno-Vertreterin bei der Afrikanischen Union (AU) gedient. Zuvor war sie Botschafterin ihres Landes in Frankreich, Dschibuti und im Senegal. Außerdem repräsentierte Sahle-Work Äthiopien bei der ostafrikanischen Regionalorganisation Igad.

Der bisherige Staatschef Mulatu war zuvor zurückgetreten. Er hatte das Amt seit 2013 inne. In Äthiopien hat der Präsident gemäß der Verfassung von 1995 vorwiegend repräsentative Aufgaben. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre und kann einmal verlängert werden.

vks/AFP/AP

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