Ethnischer Konflikt in Äthiopien Mehr als 20 Tote bei Kämpfen zwischen Oromos und Somalis

Ethnische Unruhen erschüttern Äthiopien: Bei Auseinandersetzungen zwischen Oromos und Somalis sind über 20 Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende mussten vor der Gewalt fliehen.

Kinder und Frauen in der Somali-Region Waaf Dhuug in Äthiopien (April 2017)
DPA

Kinder und Frauen in der Somali-Region Waaf Dhuug in Äthiopien (April 2017)


Die äthiopische Regierung hat bestätigt, dass in der vergangenen Woche mehr als 20 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Ethnien der Oromos und Somalis gestorben sind.

Sprecher Negeri Lenco teilte mit, dass insgesamt 103 Menschen festgenommen wurden. Ein lang existierender Grenzkonflikt hatte dafür gesorgt, dass das Militär seine Präsenz in der Oromia-Region in den vergangenen Tagen deutlich erhöht hat.

Offizielle waren sich noch im April sicher, den Konflikt lösen zu können. Doch seit September kommt es wieder vermehrt zu Kämpfen zwischen Oromos und Somalis. Mehrere Dutzend Menschen wurden getötet, insgesamt wurden Zehntrausende der Oromos vertrieben.

"Menschen kämpften gegen die Spezialeinheiten der Somali-Polizei mit allem was sie hatten", sagte Galagalo Daalacha, der der Oromo-Ethnie angehört. "Viele Menschen sind in die Wälder geflohen, nachdem Truppen in die Region gekommen sind", so Daalacha weiter.

Die Oromos leben überwiegend in Äthiopien und Kenia. In Äthiopien sind sie zahlenmäßig das größte Volk und machen über 30 Prozent der Bevölkerung aus. Ein Großteil von ihnen lebt in ihrem eigenen Bundesstaat Oromia. Der Somali-Ethnie gehören am Horn von Afrika rund acht Millionen Menschen an. In Äthiopien leben sie überwiegend im Staat Ogaden.

bam

Mehr zum Thema


zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.