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Afghanin Aisha: Verstümmeltes Mädchen bekommt neue Nase

Wenn Bibi Aisha in den Spiegel schaut, will sie nicht ihr Leben lang an ihr grausames Schicksal erinnert werden. Das afghanische Mädchen, dessen verstümmeltes Gesicht auf dem "Time"-Titelblatt prangt, wird jetzt in den USA operiert.

Grausame Verstümmelung: Ein Porträt bewegt die USA Fotos
AP/ Jodi Bieber/ Institute for Time; REUTERS

Washington/Kabul - Ihr entstelltes Gesicht wurde über Nacht zum Symbol der Grausamkeiten am Hindukusch: ein afghanisches Mädchen, dem der gewalttätige Ehemann mit Erlaubnis eines Taliban-Kommandeurs Ohr und Nase abschnitt. In den USA soll die Nase der 19-Jährigen jetzt rekonstruiert werden.

Veröffentlicht wurde das schockierende Porträtfoto auf dem Cover des angesehenen US-amerikanischen "Time Magazine". Die angebliche Motivation von Bibi Aisha, der Zeitschrift zufolge: zeigen, was passiert, wenn die Truppen aus Afghanistan abziehen. Entsprechend neben dem Bild eine provokative und viel gescholtene Behauptung: "Was passiert, wenn wir Afghanistan verlassen".

Bibi Aisha selbst sagte der Zeitschrift: "Ich möchte nur meine Nase zurück." Diesen Wunsch wird ihr laut BBC News eine Stiftung erfüllen, die den Eingriff bezahlen will. Die kalifornische Grossman Burn Foundation setze sich mit kostenlosen Operationen für Frauen ein, die unter häuslicher Gewalt gelitten haben, heißt es in einem Bericht. In der kommenden Woche trifft Bibi Aisha demnach erstmals ihren Chirurgen.

Auch wenn die junge Frau nun Hilfe erhält - von einem "Happy End" könne man nicht sprechen, sagte die Frauenrechtsaktivistin Manizha Naderi von der Organisation "Women for Afghan Women" (Frauen für afghanische Frauen), die das verstümmelte Mädchen aufnahm, der "New York Times". Ihre zehnjährige Schwester sei zurückgeblieben: "Vermutlich lassen sie ihre Wut an ihr aus", sagt Naderi, "oder sie verlangen ein anderes Mädchen aus Aishas Familie, die sie ersetzen soll."

An dem Porträt hatte sich eine neue Debatte um den Afghanistan-Einsatz entfacht. Vor allem Blogger werfen dem Magazin allerdings vor, das Thema Frauenrechte werde missbraucht, um gegen den Truppenabzug Stimmung zu machen.

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Forum - Ist der Afghanistankrieg noch zu gewinnen?
insgesamt 4924 Beiträge
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1. Wie oft soll dieser Krieg
Gandhi, 25.07.2010
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
denn noch gewonnen werden? Wie oft sollen wir uns denn noch anhoeren muessen, dass jetzt die entscheidenden 6 Monate kommen? Dass, wenn "wir" alles richtig machen, der Krieg dann gewonnen ist. Ich kann es schon gar nicht mehr hoeren. Das Einzige, was diesen Krieg beendet, ist ein Ereignis, bei dem eine grosse Menge Soeldner sich aus dieser Welt verabschieden. Dann wird der politische Druck so gross, dass das Gerede davon, dass Freiheit und Demokratie in Afghanistan die Opfer wert sind, untergeht im Protest. Die Afghanen sollen ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Probleme loesen. Von aussen koennen deren Probleme auch nicht in 10 oder 20 Jahren geloest werden.
2. Titel
ayamo, 25.07.2010
Plain and simple? Ein militärischer Sieg? Auf gar keinen Fall. Irgendein schaler Verhandlungsfrieden mit den Taliban wäre allerdings auch nicht ideal, da diese sich nicht an solche Verträge/Vereinbarungen halten.
3.
kleenermann 25.07.2010
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
Wie oft soll diese Frage noch gestellt werden? Nein, man kann ihn nicht gewinnen.
4. Wo ist der Aha-Effekt?
edgarzander 25.07.2010
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
Enthüllungen? Ich hätte mir da ein bischen mehr erwartet und war nach dem Durchlesen des Artikels irgendwie enttäuscht. Ist doch alles inzwischen mehr oder weniger bekannt...
5. red herring
machorka-muff 25.07.2010
der westen kann und braucht in afghanistan nicht zu gewinnen: abmarsch! die sache mit der enthüllung brisanter kriegsdokumente riecht faul - wahrscheinlich der nächste verarschungs coup der cia.
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