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Afghanischer Präsident: Iran soll Karzais Stabschef mit Bargeld versorgt haben

Nimmt Iran direkt Einfluss auf den afghanischen Präsidenten? Der Verdacht liegt zumindest nahe. Laut "New York Times" erhält der Stabschef von Hamid Karzai regelmäßig Bargeld vom Teheraner Regime. Die Zeitung zitiert einen engen Mitarbeiter Karzais mit den Worten: "Es ist wie Voodoo."

Hamid Karzai: Der afghanische Präsident lehnte eine Stellungnahme ab Zur Großansicht
REUTERS

Hamid Karzai: Der afghanische Präsident lehnte eine Stellungnahme ab

Washington - Die Lage in Afghanistan ist für die westliche Welt eigentlich schon problematisch genug. Doch immer wieder gibt es Nachrichten, die die Nato-Mission in dem Land als aussichtslos erscheinen lassen. Einem Bericht der "New York Times" zufolge hat der Stabschef von Afghanistans Präsident Hamid Karzai, Umar Daudzai, regelmäßig Barzahlungen aus Iran erhalten. Ein Beamter will beobachtet haben, wie Daudzai Geld in Tüten nach Hause getragen hat.

Durch die Zahlungen versuche Iran, seinen Einfluss im Nachbarland auszuweiten, berichtet die Zeitung unter Berufung auf afghanische und westliche Diplomaten. Das Geld fließe in eine geheime Kasse, aus der Karzai und Daudzai ihrerseits afghanische Abgeordnete, Stammesführer und Talibanvertreter bezahlten, um sich deren Loyalität zu sichern. Dem Bericht zufolge verfolgt Iran mit den Zahlungen in Höhe von mehreren Millionen Dollar das Ziel, einen Keil zwischen Afghanistan sowie die Nato und die USA zu treiben.

Ein hochrangiger Nato-Mitarbeiter sagte der "New York Times", die iranische Regierung sei mit aggressiven Methoden dabei, die Nato-Mission in Afghanistan zu unterhöhlen und Einfluss auf die dortige Politik zu gewinnen.

"Es ist wie Voodoo"

Die Zahlungen Irans zeigen laut "New York Times", wie sehr das iranische Regime bereits in innere Kreise der afghanischen Regierung vorgedrungen sei. Dabei gibt Karzai stets vor, mit den USA und den anderen Nato-Staaten zusammenzuarbeiten. Nur deren militärische Präsenz stabilisiert die Lage in Afghanistan - und hält damit auch den Präsidenten an der Macht.

Einen Mitarbeiter des afghanischen Präsidenten zitiert die Zeitung mit den Worten: "Karzai weiß, dass er ohne die USA am Ende ist. Aber es ist wie Voodoo. Daudzai ist der Grund für alle Probleme mit den USA. Er versorgt ihn systematisch mit Fehlinformationen, Desinformationen und falschen Informationen."

Karzai und Daudzai lehnten es dem Bericht zufolge ab, sich zu ihrer Beziehung zu Iran zu äußern. Auch der iranische Botschafter in Kabul, Feda Hussein Maliki, habe nicht Stellung nehmen wollen.

böl/AFP

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insgesamt 48 Beiträge
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1. Überraschung?
Diana Simon, 24.10.2010
Und dafür sterben unsere Soldaten und wird unser Steuergeld verschleudert. Und wer das nicht will, muß offenbar die Linke wählen, denn alle anderen sind dafür.
2. neues vom schurkenstaat..
atock 24.10.2010
Zitat von sysopNimmt Iran direkt Einfluss auf den afghanischen Präsidenten?*Der Verdacht liegt zumindest nahe. Laut "New York Times" erhält der Stabschef von Hamid Karzai regelmäßig Bargeld vom Teheraner Regime. Die Zeitung zitiert einen engen Mitarbeiter Karzais mit den Worten: "Es ist wie Voodoo." http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,724992,00.html
na sowas... da versucht tatsächlich eine ausländische macht,durch bestechung einfluss auf die politik in afganistan zu nehmen. ein unglaublicher und nicht hinzunehmender vorgang diese schurkenstaates. und eindeutiger bruch ungeschriebener gesetze. schliesslich hat die usa allein das gottgegebene monopol,auf bestechung/schmierung von despoten,diktatoren auf diesem planeten. ein zeichen für den verfall und hohen schuldenstand der weltpolizei? haben sie sich mit der schmierung ganzer talibanarmeen schlicht übernommen? oder werden in der afganistanischen führung keine dollars mehr akzeptiert? wenn das schulemachen sollte wirds eng für unsere freunde aus übersee...
3. Realität, oder wieder nur von der CIA inzeniert?
Hubert Rudnick, 24.10.2010
Zitat von sysopNimmt Iran direkt Einfluss auf den afghanischen Präsidenten?*Der Verdacht liegt zumindest nahe. Laut "New York Times" erhält der Stabschef von Hamid Karzai regelmäßig Bargeld vom Teheraner Regime. Die Zeitung zitiert einen engen Mitarbeiter Karzais mit den Worten: "Es ist wie Voodoo." http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,724992,00.html
------------------------------------------------------------- Bei all diesen Meldungen sollte man sehr vorsichtig sein, denn ausd der Vergangenheit wissen wir, dass vieles auch nur von bestimmten Geheimdiensten inzeniert worden ist. Aber ich man sollte wissen, dass die gewissen sogenannten Freunde USA/Afghanistan nie Freunde waren und es auch nicht werden, es sind nur Zweckgemeinschaften, wo die jeweiligen Führer sich nach allen Seiten hin orientieren. Die USA verfolgen am Hindukusch nur ihre eigenen Interssen, es sind nicht die der Afghanen und ist es dann auch sehr leicht möglich, dass sich dann Leute kaufen lassen, denn auch die Afghanen sind ja nur bezahlte Leute der Amerikaner und der Machtkampf um Afghanistan ist nach wie vor nicht entschieden, wer da noch alles mitmischt kann man sich doch wohl gut vorstellen. Dem Hauptfeind der Amerikaner ist es sicherlich ein Vergnügen ihm mit vielen Nadelstichen zu schädigen, aber so ist es nun mal im Kampf um die Vormacht in einem bestimmten Gebiet. HR
4. Soso
MarkusKrawehl, 24.10.2010
Böser, böser Iran! Da müssen wir dringend etwas tun, damit die Welt endlich zur Ruhe kommen kann. Wobei dann natürlich damit zu rechnen ist, dass dann Geld aus Nordkorea oder Venezuela in den befreiten Iran geschleust wird. Schaun´ wir mal. In Endeffekt waren es eh die Russen.
5. bitte nachdenken
Vergil 24.10.2010
Zitat von atockna sowas... da versucht tatsächlich eine ausländische macht,durch bestechung einfluss auf die politik in afganistan zu nehmen. ein unglaublicher und nicht hinzunehmender vorgang diese schurkenstaates. und eindeutiger bruch ungeschriebener gesetze. schliesslich hat die usa allein das gottgegebene monopol,auf bestechung/schmierung von despoten,diktatoren auf diesem planeten. ein zeichen für den verfall und hohen schuldenstand der weltpolizei? haben sie sich mit der schmierung ganzer talibanarmeen schlicht übernommen? oder werden in der afganistanischen führung keine dollars mehr akzeptiert? wenn das schulemachen sollte wirds eng für unsere freunde aus übersee...
Die USA (und Partner) versuchen aber, mit dem Geld Stabilität in Afghanistan zu schaffen, den Terror zu bekämpfen. Der Iran hingegen versucht, Afghanistan zu destabilisieren. Folge: Terror, Armut, Chaos.
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Karzai und Afghanistan
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Hamid Karzai
AFP
Hamid Karzai ist der derzeit amtierende Präsident Afghanistans. Nach der ersten Phase des Afghanistan-Kriegs hatten ihn die USA und die Uno auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 als Regierungschef einer afghanischen Interimsregierung durchgesetzt. Die Loya Jirga wählte Karzai 2002 zum Präsidenten einer Übergangsregierung, und nach Verabschiedung einer neuen Verfassung bestimmten ihn die Afghanen 2005 in direkter Wahl zu ihrem Präsidenten. Durch den Einfluss der Warlords blieb Karzais Macht jedoch beschränkt. Zuletzt verlor er auch die Unterstützung der USA.

Hamid Karzai wurde 1957 in Kandahar geboren. Er gehört dem mächtigen Paschtunen-Stamm der Popalzai an, der mehrere afghanische Könige hervorbrachte. Karzai studierte in Indien und hielt sich immer wieder in den USA auf. Zusammen mit den Mudschahidin kämpfte er in den achtziger Jahren gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans . Aus dem Exil in Pakistan unterstützte Karzai die Taliban zunächst, wandte sich dann aber gegen das Regime, dem auch die Ermordung seines Vaters zugeschrieben wird. Nach Beginn der amerikanischen Militäraktion in Afghanistan kehrte Karazi 2001 in seine Heimat zurück und stellte sich an die Spitze der Anti-Taliban-Bewegung in der Region Kandahar.

Präsidentschaftswahlen
dpa
Am 30. August 2009 wählten die Afghanen ihren neuen Präsidenten. Doch es kam zu massiven Fälschungen, insbesondere zugunsten Karzais. Die Auszählungsergebnisse in 210 Wahllokalen wurden anschließend für ungültig erklärt. Karzai, der sich zuvor als Sieger gesehen hatte, verfehlte nach dem um manipulierte Stimmen bereinigten Endergebnis die absolute Mehrheit: Er erreichte nur 49,67 Prozent der Stimmen.

Eine Stichwahl zwischen Karzai und Ex-Außenminister Abdullah Abdullah sollte die Entscheidung bringen. Doch der Herausforderer zog seine Kandidatur zurück mit der Begründung, es könne wie im ersten Durchgang erneut zu Unregelmäßigkeiten kommen. Die afghanische Wahlkommission rief Karzai daraufhin erneut zum Präsidenten aus.

Isaf-Einsatz
DDP
Nach Beginn des Afghanistan-Kriegs 2001 und dem Sturz der radikal-islamischen Taliban beschloss der Uno-Sicherheitsrat , eine internationale Schutztruppe im Land ( Isaf ) einzusetzen. Sie soll den Wiederaufbau Afghanistans zu einer Demokratie absichern, auch indem sie zivile Wiederaufbauteams (PRTs) schützt, von denen derzeit 26 tätig sind.

Der Einsatz war zunächst auf die Hauptstadt Kabul und deren Umgebung beschränkt und wurde bis 2006 auf das ganze Land ausgeweitet. Seit 2003 führt die Nato die Isaf. Derzeit gehören ihr mehr als 119.000 Soldaten aus 46 Nationen an, darunter auch aus Nicht-Nato-Staaten wie Australien und Neuseeland.
Deutschland übernahm 2006 das Isaf-Kommando für den Norden Afghanistans. 2007 bestellte die Bundeswehr sechs Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado ab, die Luftbilder aus ganz Afghanistan für Isaf liefern. Die Bundesrepublik stellt derzeit mit mehr als 4000 Soldaten die drittgrößte Truppe nach den USA und Großbritannien.

Probleme in Afghanistan
AFP
Da die Taliban inzwischen wieder an Stärke gewonnen haben, nehmen die militärischen Auseinandersetzungen zu. Besonders hart umkämpft ist der Osten des Landes, wo die meisten US-Soldaten stationiert sind. Die schwer kontrollierbaren Stammesgebiete Pakistans gelten als Rückzugsgebiet und Nachschubbasis der Taliban.

Die Stabilisierung Afghanistans wird durch Korruption, die bis in höchste Regierungskreise verbreitet ist, sowie durch Drogenproduktion und -schmuggel erschwert.

Opium-Wirtschaft
REUTERS
Obgleich die afghanische Übergangsregierung unter Karzai im Januar 2002 den Schlafmohnanbau verboten hat, ist der Drogenanbau rasch wieder zum dominierenden Wirtschaftszweig Afghanistans geworden. Das Land ist der weltweit größte Produzent von Rohopium .

Mit Einnahmen aus dem Drogenschmuggel finanzieren die Taliban ihren Kampf gegen Karzais Regierung und die ausländischen Truppen. Die Bekämpfung ist problematisch, weil viele Menschen von dem Handel leben. Isaf -Soldaten sind inzwischen befugt, gegen Drogenhändler vorzugehen und Laboratorien zu zerstören, in denen Schlafmohn zu Opium verarbeitet wird.

Afghanistan-Krieg
REUTERS
Der Afghanistan-Krieg der USA und ihrer Verbündeten war die erste große militärische Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 . Er richtete sich sowohl gegen das Terrornetzwerk al-Qaida , das für die Anschläge verantwortlich gemacht wird, als auch gegen das seit Mitte der neunziger Jahre in Afghanistan herrschende islamisch-fundamentalistische Taliban -Regime.

Die Taliban wurden bezichtigt, Osama Bin Laden und andere hochrangige Mitglieder von al-Qaida zu unterstützen und zu beherbergen.

Die erste Kriegsphase endete mit dem Fall der Hauptstadt Kabul und der Provinzhauptstädte Kandahar und Kunduz im November und Dezember 2001. Auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 wurde eine Interimsregierung unter Präsident Hamid Karzai eingesetzt und die Einberufung einer verfassunggebenden Loya Jirga beschlossen. Gleichzeitig erteilte der Uno-Sicherheitsrat den Nato-Staaten und mehreren Partnerländern das Isaf -Mandat zur Unterstützung des Wiederaufbaus.



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