Afghanistan 24 Tote bei Selbstmordanschlag der Taliban in Kabul

Die Taliban verstärken ihre Angriffe seit einigen Wochen, nun gab es einen blutigen Anschlag in Kabul. Zwei Attentäter haben sich in die Luft gesprengt, mindestens 24 Menschen starben.

Tatort nach Explosionen in Kabul
DPA

Tatort nach Explosionen in Kabul


In der Nähe des afghanischen Verteidigungsministerium in Kabul sind am Montag zwei Bomben gezündet worden. 24 Menschen wurden nach offiziellen Angaben getötet, mindestens 91 verletzt. Bei dem Anschlag sollen ein General und zwei ranghohe Polizeioffiziere ums Leben gekommen sein, erklärte ein Vertreter des Ministeriums.

Zuerst habe einer der Attentäter seinen Sprengsatz gezündet, sagte ein Augenzeuge. Als die Umstehenden dann den Opfern zu Hilfe geeilt seien, habe sich ein zweiter Angreifer in die Luft gesprengt. Da sich von den 91 Verletzten viele in einem ernsten Zustand befänden, drohe die Opferzahl weiter zu steigen, sagte der Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums.

Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Die zwei Anschläge richteten sich gegen das afghanische Verteidigungsministerium und die Polizei, heißt es im Bekennerschreiben.

Staatschef Aschraf Ghani warf den Taliban vor, "einfache Leute" zu töten. "Die Feinde von Afghanistan haben ihre Fähigkeit verloren, die Sicherheits- und Verteidigungstruppen des Landes zu bekämpfen", erklärte Ghani. "Das ist der Grund, warum sie Straßen, Städte, Moscheen, Schulen und einfache Leute angreifen."

Die Taliban weiten derzeit ihre Sommeroffensive gegen die afghanischen Sicherheitsbehörden aus. Am 25. August hatte es in Kabul einen blutigen Angriff auf die Amerikanische Universität gegeben, bei dem 16 Menschen getötet worden waren. Erst nach zehn Stunden gelang es den afghanischen Sicherheitskräften, den Angriff auf den Campus zu beenden und die letzten Angreifer zu töten.

vks/Reuters/AFP



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