Kabul 36 Männer nach Afghanistan abgeschoben

Es war der 20. Abschiebeflug nach Afghanistan: Die Bundesregierung hat 36 Männer nach Kabul bringen lassen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen lebte zuletzt in Bayern.

Abgeschobene afghanische Asylbewerber in Kabul
DPA

Abgeschobene afghanische Asylbewerber in Kabul


Der Bund hat 36 aus Afghanistan stammende Flüchtlinge in ihr Heimatland abgeschoben. Wie das bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen in München mitteilte, brachte der erste Abschiebeflug des Jahres die Männer in die afghanische Hauptstadt Kabul.

Insgesamt beteiligten sich den Angaben zufolge acht Bundesländer an den Abschiebungen. 23 der 36 Betroffenen lebten dabei zuletzt in Bayern. Unter diesen befanden sich der bayerischen Behörde zufolge zwölf rechtskräftig verurteilte Straftäter.

Der Flug war die 20. Sammelabschiebung nach Afghanistan, insgesamt wurden damit seit Beginn dieser Abschiebungen rund 500 Menschen nach Afghanistan geflogen. Abschiebungen dorthin sind wegen der Sicherheitslage in dem Land hoch umstritten. Der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) weitet sich aus. Erst an Heiligabend wurden in Kabul bei einem mehrstündigen Angriff auf mehrere Regierungsgebäude mindestens 43 Menschen getötet. Insgesamt waren 2018 bei 22 großen Anschlägen in Kabul mehr als 550 Menschen ums Leben gekommen.

Für Unruhe sorgten kürzlich auch Berichte, denen zufolge US-Präsident Donald Trump einen Teil der in Afghanistan stationierten US-Truppen abziehen könnte. Gleichzeitig gibt es Bemühungen, den Konflikt politisch zu lösen. Bisher fanden mehrere Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban statt. Diese sollen zu direkten Gesprächen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban führen. Weitere Gespräche sind für Mitte Januar geplant.

Das bayerische Landesamt verwies darauf, dass nach Einschätzung der Bundesregierung Abschiebungen nach Afghanistan generell und ohne Einschränkungen möglich seien. Die bayerischen Ausländerbehörden seien daher gesetzlich verpflichtet, vollziehbar ausreisepflichtige afghanische Staatsangehörige, die trotz vorhergehender Beratung über die Möglichkeiten einer organisatorischen und finanziellen Förderung eine freiwillige Ausreise ablehnen, abzuschieben.

cte/AFP/dpa



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