Umstrittene Rückführung Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen

Trotz Kritik werden Abschiebeflüge nach Afghanistan fortgesetzt. Nun ist erneut eine Maschine von Deutschland nach Kabul geflogen. An Bord: 46 Personen, die meisten aus Bayern.

Abschiebeflug
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Der Flieger landete am Morgen: In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. Aus dem Bundesinnenministerium (BMI) hieß es, dass 46 Abgeschobene an Bord gewesen seien, darunter 22 Personen, bei denen rechtskräftige Verurteilungen vorlägen. Beamte am Flughafen bestätigten, die Maschine aus München sei kurz nach 8.30 Uhr Ortszeit gelandet.

Laut BMI beteiligten sich an der Rückführungsmaßnahme Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, das Saarland und Sachsen. 25 der 46 Männer hatten sich laut bayerischem Innenministerium zuletzt in Bayern aufgehalten.

Es war die 15. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und Länder seit Dezember 2016 bisher 349 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Die Abschiebungen sind umstritten, weil sich in Afghanistan der Krieg mit den radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausweitet. Erst am vergangenen Freitag überfielen Taliban die strategisch wichtige ostafghanische Stadt Ghazni. Bei den Kämpfen starben laut Verteidigungsministerium bisher rund 100 Sicherheitskräfte, mindestens 30 Zivilisten und 200 Talibankämpfer. In der Nacht zu Dienstag wurden bei mehreren Angriffen in der Provinz Baghlan mindestens 40 Sicherheitskräfte getötet.

Im Juli hatte der Fall eines Afghanen bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Er hatte sich in Folge einer Sammelabschiebung kurz nach seiner Ankunft in Kabul das Leben genommen. Der Mann hatte zuvor rund acht Jahre in Deutschland verbracht. Er war am 3. Juli aus Hamburg abgeschoben worden, weil er mehrere Straftaten begangen hatte.

asc/dpa



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