Afghanistan Abschiebeflug aus Deutschland landet in Kabul

Es war der 16. Flug seit Dezember 2016: Die Bundesrepublik hat rund 20 Afghanen nach Kabul abgeschoben - obwohl sich die Sicherheitslage in dem Land weiter verschlechtert.

Sammelabschiebung vom Flughafen München nach Afghanistan
Michael Trammer/ imago

Sammelabschiebung vom Flughafen München nach Afghanistan


In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Mittwochmorgen ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. Beamte am Flughafen bestätigten, dass die Maschine aus München kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit gelandet sei. Es seien rund 20 Menschen an Bord gewesen.

Es war die 16. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Bei den bisherigen 15 Abschiebungen hatten Bund und Länder 349 Männer nach Afghanistan zurückgebracht. Nach einer Sammelabschiebung Anfang Juli hatte einer der 69 Männer kurz nach seiner Ankunft in Kabul Suizid begangen.

Die Abschiebungen sind umstritten, weil sich in Afghanistan der Krieg mit den radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ausweitet. In der Nacht zu Montag wurden in vier Provinzen im Norden des Landes bei Kämpfen fast 60 Sicherheitskräfte der Regierung getötet. Bei einem Anschlag auf Demonstranten in der östlichen Provinz Nangarhar wurden am Dienstag mindestens 32 Menschen getötet.

Afghanische und internationale Kräfte arbeiten derzeit daran, die Taliban zurück an den Verhandlungstisch zu bekommen. Ein Waffenstillstand im Juni und darauffolgende Gespräche zwischen US-Vertretern und den Taliban in Katar im Juli hatten Hoffnungen auf ein Ende des seit 17 Jahren andauernden Konflikts genährt. Doch inzwischen verschlechterte sich die Sicherheitslage wieder.

cte/dpa



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