Afghanistan Anschlag auf schiitische Moschee in Kabul

Knapp zwei Wochen nach dem Anschlag im Diplomatenviertel von Kabul ist in der afghanischen Hauptstadt erneut eine Bombe explodiert. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat die Tat für sich reklamiert.

Sicherheitskräfte am Anschlagsort in Kabul
AP

Sicherheitskräfte am Anschlagsort in Kabul


Wieder erschütterte eine Explosion die afghanische Hauptstadt Kabul. Zwei Selbstmordattentäter haben einen Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee im Westen der Stadt verübt. Mindestens vier Mensch sollen dabei getötet worden sein. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sprach ein Sprecher des Innenministeriums von einem "terroristischen Angriff auf die Al-Sahra-Moschee".

Der Angriff begann um kurz nach 21.00 Uhr (Ortszeit). Schilderungen des Hergangs blieben zunächst widersprüchlich. Polizeisprecher Mudschahid sagte, die beiden Attentäter hätten versucht, in die Moschee einzudringen, seien aber der Polizei aufgefallen. Es habe eine Schießerei gegeben und die Angreifer seien in die Küche der Moschee geflohen. Dort hätten sie sich in die Luft gesprengt.

Nach einer anderen Schilderung von Sicherheitskräften sprengte sich einer der Täter am Tor der Moschee in die Luft, der andere wurde in der Küche erschossen. Der Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, sagte, beide Attentäter seien von der Polizei erschossen worden. Das erklärt aber nicht die laute Explosion.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat die Tat für sich reklamiert. Es wird vermutet, dass die Moschee im Schiiten-Viertel Dascht-e Bartschi im Westen der Stadt an diesem Abend besonders voll war, weil der 21. Tag des heiligen Fastenmonats Ramadan für Schiiten ein hoher Feiertag ist. .Zu einem ähnlichen Angriff auf eine schiitische Moschee in Kabul hatte sich der IS im November bekannt. Damals waren um die 30 Menschen getötet und rund 80 verletzt worden.

In den vergangenen Wochen waren in der afghanischen Hauptstadt mehrere schwere Anschläge verübt worden. Bei einem Selbstmordanschlag im Diplomatenviertel von Kabul waren Ende Mai mehr als 150 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden. Der Selbstmordattentäter hatte sich nach Regierungsangaben mit einem mit 1500 Kilogramm Sprengstoff beladenen Tanklaster in die Luft gesprengt.

Die afghanische Regierung machte das mit den Taliban verbündete Hakkani-Netzwerk für den Anschlag im Diplomatenviertel verantwortlich. Bei der Explosion wurde auch die deutsche Botschaft erheblich beschädigt.

asc/dpa/Reuters



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