Afghanistan Armee meldet Tod von IS-Anführern

Die afghanische Armee hat nach Angaben aus dem Präsidentenpalast und dem Pentagon den Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Afghanistan getötet. Mit ihm sollen weitere hohe IS-Vertreter getötet worden sein.


Spezialkräfte der afghanischen Armee haben offiziellen Angaben zufolge den Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Afghanistan, Abdul Hasib, getötet. Das teilte der afghanische Präsidentenpalast am Sonntag in einem Statement mit.

US-Streitkräfte bestätigten in einer Erklärung den Tod Hasibs und "mehrerer weiterer ranghoher Vertreter" sowie von 35 Kämpfern der Dschihadistenmiliz.

Die Operation in der Provinz Nangarhar im Osten des Landes habe bereits vor einer Woche stattgefunden - einen Tag, nachdem zwei US-Soldaten in Afghanistan umgekommen waren.

Hasib sei persönlich verantwortlich für einen Angriff auf ein Militärkrankenhaus in Kabul im März, bei dem 49 Menschen getötet und 76 weitere verletzt worden seien, teilte der afghanische Präsidentenpalast mit.

Der IS ist mit einem eigenen Ableger seit 2015 in Afghanistan aktiv. Er bekämpft sowohl die Taliban als auch afghanische und US-amerikanische Kräfte.

Der Tod Hasibs und seiner Vertrauten könne den IS am Hindukusch "bedeutend" schwächen und das Ziel der Zerstörung der Miliz noch in diesem Jahr näher rücken lassen, hieß es in einer älteren Erklärung der US-Truppen. Das Pentagon schätzt die Zahl der noch verbliebenen IS-Kämpfer in Afghanistan auf rund tausend.

Die USA sind in Afghanistan zuletzt massiv gegen die Terrormiliz vorgegangen. In der Provinz Nangarhar haben US-Streitkräfte im April erstmals ihre größte nichtatomare Bombe eingesetzt und damit mindestens 90 mutmaßliche Extremisten getötet. Der Unterschlupf Hasibs soll nahe dem Tunnelkomplex gelegen haben, auf den die USA am 13. April ihre "Mutter aller Bomben" abwarfen.

sun/dpa/AFP



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