Afghanistan: Aufständische töten sieben Nato-Soldaten

Die Nato-Schutztruppe hat in Afghanistan abermals mehrere Todesopfer zu beklagen. Sechs Isaf-Soldaten kamen bei Bombenanschlägen ums Leben, ein weiterer starb bei einem Schusswechsel.

Kabul/Paris - Der blutige Angriff auf französische Soldaten in Afghanistan ist erst wenige Tage her, da kommt schon die nächste Schreckensnachricht: Erneut haben Aufständische sieben Nato-Soldaten getötet. Unter den Opfern von Angriffen am Mittwoch sind nach Armeeangaben vom Donnerstag drei polnische und drei kanadische Soldaten; die Nationalität des weiteren Soldaten wurde nicht bekannt. Sie kamen demnach durch Anschläge oder Schusswechsel in drei verschiedenen Regionen des Landes ums Leben.

Die drei polnischen Soldaten fuhren am Mittwoch in der zentralen Provinz Ghasni mit ihrem Auto über einen Sprengsatz, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP am Donnerstag unter Berufung auf das Militär meldete. Ein weiterer Soldat wurde demnach schwer verletzt. Ein Offizier sagte PAP, der Bombenanschlag habe sich etwa 20 Kilometer vom Stützpunkt der Soldaten entfernt ereignet.

Die drei kanadischen Soldaten kamen nach Armee-Angaben durch einen ähnlichen Anschlag in der südlichen Provinz Kandahar ums Leben. Ein weiterer Soldat, dessen Nationalität nicht bekannt gegeben wurde, starb bei einem Schusswechsel im Westen des Landes. Ein weiterer Isaf-Soldat starb im Osten Afghanistans "außerhalb von Kampfhandlungen", wie das Militär mitteilte.

Frankreich ehrte seine zehn Anfang der Woche in einem Hinterhalt getöteten Soldaten mit einer Trauerfeier in Paris. Präsident Nicolas Sarkozy sagte bei der Zeremonie am Invalidendom, es müssten nun "alle Lehren" aus dem Vorfall gezogen werden. "Heute ist für die französische Nation ein Trauertag", sagte Sarkozy bei der Trauerfeier in Paris. Diese hätten "Mut und Zähigkeit" im Kampf gegen Barbarei und Terrorismus bewiesen. Nun müssten "alle Lehren" aus dem Vorfall gezogen werden. Dies sei Frankreich ihren Familien schuldig und allen seinen Soldaten, damit diese "sich niemals in einer ähnlichen Situation wiederfinden".

Eine französische Isaf-Einheit war am Montag östlich der Hauptstadt Kabul angegriffen worden. Neun Soldaten starben bei Gefechten, ein weiterer im späteren Verlauf, als sich sein Panzerfahrzeug überschlug. 21 weitere Soldaten wurden verletzt.

Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin und die Nato widersprachen einem Bericht, wonach Bündnispartner in Afghanistan versehentlich auf französische Soldaten geschossen haben. Die Zeitung "Le Monde" hatte tags zuvor unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, dass Flugzeuge der Nato die verletzten Soldaten beschossen hätten, denen sie zu Hilfe kommen sollten.

Der britische Premierminister Gordon Brown erklärte bei einem unangekündigten Besuch in Afghanistan, sein Land sei "zutiefst entschlossen", Afghanistan in seinem Kampf gegen die Taliban und auf seinem Weg zur Demokratie zu unterstützen. Zugleich kündigte er zusätzliche Entwicklungshilfen von umgerechnet rund 82 Millionen Euro an.

ffr/AFP

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