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Afghanistan-Besuch: Guttenberg-Hubschrauber reagierte auf möglichen Beschuss

Ein Hubschrauber mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an Bord ist möglicherweise am Freitag in Afghanistan angegriffen worden. Die Bundeswehr spricht von einem etwaigen Beschuss durch Rebellen, auf den mit Gegenfeuer reagiert worden sei, schließt aber einen Irrtum nicht aus.

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dpa

Bundeswehrsoldat in Afghanistan: Guttenberg-Konvoi unter Beschuss

Berlin/Kunduz - Der Hubschrauberkonvoi von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist am Freitag in der Nähe von Kunduz ins Visier afghanischer Rebellen geraten. Die Piloten hätten den Eindruck gehabt, der Hubschrauber sei beschossen worden, sagte ein Sprecher der Bundeswehr am Samstagabend und bestätigte damit übereinstimmende Berichte der "Bild am Sonntag" (BamS) und der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Die Besatzung habe entsprechend reagiert und die üblichen präventiven Maßnahmen ergriffen, sagte der Bundeswehrsprecher. Demnach warf sie Täuschkörper ab und beantwortete den möglichen Angriff mit Maschinengewehrfeuer. Der Flug sei aber fortgesetzt worden. Nach der Landung seien keine Anzeichen von Treffern an dem Hubschrauber entdeckt worden. Die Bundeswehr könne die Berichte nicht dementieren, habe "aber keinen Anhaltspunkt, dass es einen tatsächlichen Beschuss gab", sagte der Sprecher. Demnach können auch Spiegelreflexe am Boden den Eindruck ausgelöst haben.

Den Zeitungsberichten zufolge waren die drei Helikopter vom Typ CH-53 am Freitagmittag wenige Minuten nach dem Abflug aus Kunduz vom Boden aus unter Beschuss geraten. Weder der Transporthubschrauber des Ministers noch die zwei Begleithelikopter seien getroffen worden. Der Minister sei noch an Bord über den Vorfall informiert worden.

Laut "BamS" hatten die radikal-islamischen Taliban bereits zu Wochenbeginn einen Bundeswehr-Hubschrauber desselben Typs nahe Kunduz unter Beschuss genommen. Dabei sei ein Außentank getroffen worden, die Maschine habe ihren Flug sofort abbrechen müssen.

Guttenberg war am Freitagmorgen zu einem aus Sicherheitsgründen nicht angekündigten Besuch bei den deutschen Truppen eingetroffen. Es war seine erste Reise in das Land am Hindukusch seit seinem Amtsantritt als Verteidigungsminister.

can/Reuters/AFP/dpa/ddp

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