Afghanistan Mehrere Tote bei Taliban-Anschlägen in Kabul

Am Dienstag erst hatte Afghanistan den USA eine längere Stationierung von Truppen in dem Land erlaubt, schon haben die Taliban mit Terror reagiert: In Kabul kamen bei zwei Anschlägen der Islamisten mindestens sieben Menschen ums Leben.

Soldaten an zerstörtem Armee-Bus: Terror nach dem Sicherheitsabkommen
AP

Soldaten an zerstörtem Armee-Bus: Terror nach dem Sicherheitsabkommen


Kabul - Bei zwei Selbstmordanschlägen auf afghanische Militärfahrzeuge sind am Mittwoch mindestens sieben Menschen getötet worden. Mehr als 15 Menschen seien verletzt worden, teilte die Regierung mit. Zwei Attentäter sprengten sich vor Bussen in die Luft, die einheimische Militärangehörige beförderten, wie die Behörden mitteilten.

Dabei sollen unterschiedlichen Angaben zufolge mindestens sechs Militärangehörige und ein Zivilist getötet worden sein. Der stellvertretende Innenminister Mohammad Ayub Salangi sprach nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sogar von mehr als zwölf Toten. Insgesamt sollen mindestens 21 Menschen verletzt worden sein.

Die erste Attacke im Bezirk Kart-e-Char nahe der Universität zerstörten Salangi zufolge einen Armee-Bus, in dem Soldaten saßen. Zum zweiten Anschlag kam es demnach im nordwestlichen Bezirk Deh Sabz, er galt einem weiteren Armeefahrzeug.

Terror wegen "Sklavenpakt"

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu den koordinierten Attacken und begründeten sie mit dem am Dienstag abgeschlossenen Sicherheitsabkommen zwischen Afghanistan und den USA. Durch den Vertrag hätten sich der erst am Montag vereidigte Präsident Ashraf Ghani und seine Minister zu einer "Marionettenregierung" degradieren lassen. Der Terror in Kabul sei daher eine "klare Botschaft" an die neue Regierung, die diesen "Sklavenpakt" mit den USA unterzeichnet habe, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid der Nachrichtenagentur AFP.

Das Sicherheitsabkommen sieht unter anderem vor, dass 10.000 US-Soldaten über den 31. Dezember 2014 hinaus am Hindukusch stationiert bleiben. Zudem genießen ausländische Soldaten Immunität vor der afghanischen Rechtsprechung, was eine Bedingung der USA und der Nato für einen weiteren Militäreinsatz war. Der Nato-Einsatz in dem Land läuft zum Jahresende aus.

Die Taliban hatten den Vertrag am Montag bereits als "Schande und Tyrannei" verurteilt. Sie teilten mit: "Wir glauben, dass solche Dokumente auf Papier die tapfere Nation nicht vom heiligen Dschihad abhalten werden."

mxw/AFP/dpa/AP/Reuters; Mitarbeit: Shoib Najafizada

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