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Afghanistan-Mission: Bundeswehr kämpft gegen Alkoholmissbrauch im Camp

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Camp Marmal in Masar-i-Scharif: Zwei-Dosen-Regel für Soldaten Zur Großansicht
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Camp Marmal in Masar-i-Scharif: Zwei-Dosen-Regel für Soldaten

Im Feldlager Masar-i-Scharif in Afghanistan häufen sich Fälle von Alkoholmissbrauch: Betrunkene Soldaten lagen im Graben, Schüsse lösten sich ungewollt, es kam zu Unfällen. Seit Mitte Februar schickte der Kommandeur nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen 14 Soldaten vorzeitig nach Hause.

Berlin - Die Bundeswehr kämpft gegen übermäßigen Genuss von Alkohol in den deutschen Feldlagern in Nordafghanistan. Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE bestätigte das deutsche Kommando in Masar-i-Scharif, nach mehreren Vorfällen in den vergangenen Wochen sei die "Camp-Ordnung neugefasst" worden und regele nun "noch eindeutiger" den Ausschank und die Regeln für den Alkoholkonsum im deutschen Camp.

Über die rigide Haltung des deutschen Kommandeurs Jörg Vollmer in Sachen Alkohol ließ die Bundeswehr wenig Zweifel zu: "Der Kommandeur ist hier sehr strikt, ein diesbezügliches Fehlverhalten ist für ihn nicht akzeptabel, und es wird ohne Ansehen von Dienstgrad oder Funktion des Soldaten ermittelt, aufgeklärt und bei Bestätigung auch geahndet", sagte ein Sprecher der Bundeswehr SPIEGEL ONLINE.

Die Bundeswehr reagiert mit den neuen Vorschriften auf mehrere Vorfälle aus den vergangenen Wochen, bei denen Soldaten offenkundig betrunken waren. So ermittelte die Bundeswehr nach dem Tod eines Soldaten, der sich offenbar mit seiner Dienstwaffe erschossen hatte, dass dieser mit 2,0 Promille völlig betrunken war. Innerhalb der Bundeswehr geht man weiter von einem Suizid aus privaten Gründen aus, allerdings ist die Tatwaffe bis heute verschwunden. Die Ermittlungen in dem Fall führt die Staatsanwaltschaft in Kempten.

Nur einige Tage später feuerte ein weiterer Kamerad im Camp ungewollt seine Waffe ab, es kam dabei aber niemand zu Schaden. Auch dieser Soldat war nach Angaben des Einsatzführungskommandos vermutlich angetrunken, die Ermittlungen in dem Fall sind aber noch nicht abgeschlossen. Beide Fälle illustrieren nach Angaben von Insidern, dass die strengen Regeln für den Konsum von Alkohol im Camp nicht eingehalten werden.

Ausgiebige Gelage

Grundsätzlich gilt für die deutschen Soldaten im Auslandseinsatz die sogenannte Zwei-Dosen-Regel, laut der jeder Soldat pro Tag zwei Dosen Bier oder zwei Gläser Wein trinken darf. Der Ausschank wird durch Rationskarten kontrolliert. Im Camp ist es jedoch ein offenes Geheimnis, dass die Regeln nicht eingehalten wurden, die Soldaten Bierdosen horteten und es immer wieder zu ausgiebigen Gelagen kam.

Aus dem Camp sind teils skurrile Geschichten im Zusammenhang mit Alkohol zu hören. So berichteten Soldaten SPIEGEL ONLINE, dass mehrmals volltrunkene Kameraden in den Straßengräben der Camp-Wege gefunden worden seien. In einigen Fällen hatten sie sogar ihre Dienstpistolen im Rausch verloren. Auch von Unfällen von betrunkenen Soldaten mit Dienstwagen im Camp ist die Rede.

Seit seinem Amtsantritt Mitte Februar greift Kommandeur Vollmer im Camp schärfer durch, teilweise ging er selbst am späten Abend auf Kontrollgang durch die Betreuungseinrichtungen und Mannschaftsunterkünfte der Soldaten und machte Stichproben. Intern machte Vollmer mehrmals den Vorgesetzten der verschiedenen Einheiten klar, dass Trunkenheit im Einsatz für ihn unakzeptabel ist.

Die verschärften Kontrollen zeigten in den vier Monaten durchaus Wirkung. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gab es bereits 17 einfache Disziplinarmaßnahmen, die meist mit empfindlichen Geldstrafen für die Soldaten endeten. In 14 Fällen waren die Verstöße der Soldaten so schwerwiegend, dass sie vor dem Ende der eigentlichen Dienstzeit nach Deutschland zurückgeschickt wurden. Trotz der recht hohen Zahlen von Strafmaßnahmen, so die Bundeswehr, gehe man wegen der großen Zahl von Soldaten im Camp derzeit noch von "Einzelfällen" aus.

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insgesamt 84 Beiträge
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1. Justlive
justlive 25.06.2013
Erdogan für dir Einschränung in Sachen Alkohol kritisieren aber selbst den Konsum regulieren. Lasst doch die Soldaten saufen. ( Ernsthaft betrunkene Soldaten sind gefährlich , Alkohol ist bei mir auf Arbeit Tabu, warum gilt dies für Soldaten nicht).
2. optional
steelman 25.06.2013
Man könnte sämtliche Einrichtungen der BW in Afghanistan ja auch einfach trockenlegen. Andere Nationen machen das auch, wo ist das Problem?
3.
Indigo76 25.06.2013
Zitat von sysopDPAIm Feldlager Masar-i-Scharif in Afghanistan häufen sich Fälle von Alkoholmissbrauch: Betrunkene Soldaten lagen im Graben, Schüsse lösten sich ungewollt, es kam zu Unfällen. Seit Mitte Februar schickte der Kommandeur nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen 14 Soldaten vorzeitig nach Hause. http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-bundeswehr-kaempft-gegen-alkoholmissbrauch-im-camp-a-907579.html
Ich verstehe diese Zwei-Dosen-Regel nicht. Sicher, Alkohol ist ein legales Genussmittel, aber es ist auch ein Rauschmittel und es muss doch möglich sein, dass Rauschmittel in Kriesengebieten und bei Menschen, die mit Waffen hantieren, komplett verboten werden. Der einzige Alkohol, den ich in einem Militärlager akzeptieren würde, wäre im Lazarett - zum desinfizieren. Letztens stand in der Bild (ich weiß - tolle Quelle) "Die Bundeswehr hilft überall - warum ist sie trotzdem so unbeliebt?" Früher hieß es, dass die BW der größte Kegelverein Deutschlands sei - daran hat sich nichts geändert.
4. Auflösungserscheinungen
wolfi55 25.06.2013
Das sind Auflösungserscheinungen udn die bleiben den Taliban niochtn verborgen. Also wird man versuchen den verhassten Ausländern ein herbe Niederlage beizubringen. Oprimal aus Talibansicht wäre ein Termin im September, kurz vor der Wahl mit mehreren Toten deutschen Soldaten. Bilder von Särgen, die aus Transportmaschinen ausgeladen werden, eine Woche vor der Wahl, das kann Merkel nicht gebrauchen.
5. sauhaufen
longdonglarry 25.06.2013
Zitat von sysopDPAIm Feldlager Masar-i-Scharif in Afghanistan häufen sich Fälle von Alkoholmissbrauch: Betrunkene Soldaten lagen im Graben, Schüsse lösten sich ungewollt, es kam zu Unfällen. Seit Mitte Februar schickte der Kommandeur nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen 14 Soldaten vorzeitig nach Hause. http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-bundeswehr-kaempft-gegen-alkoholmissbrauch-im-camp-a-907579.html
das haetts frueher nicht gegeben, da waeren die betreffenden soldaten nicht nach hause geschickt, sondern ins strafbatallion gesteckt worden. naja vielleicht fehlt auch ein feldbordell?
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