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Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan: Soldaten ohne SMS

Fern der Heimat sind knapp 5000 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz - doch momentan können sie weder SMS verschicken oder empfangen. Grund ist die Pleite einer Kommunikationsfirma.

Isaf-Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan: Keine Chance auf SMS Zur Großansicht
dapd

Isaf-Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan: Keine Chance auf SMS

Potsdam - Auf einer knappen halben Seite teilt das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit, was die knapp 5000 deutschen Bundeswehrsoldaten in Afghanistan betrifft: Derzeit können im Isaf-Einsatzgebiet Kurznachrichten und Mobilfunksendungen weder empfangen noch gesendet werden. "Der Grund hierfür ist die Insolvenz der Firma Telogic, einer der Unterauftragnehmer der Firma Astrium für die Bereitstellung der Betreuungskommunikation in die Einsatzgebiete", heißt es in der Mitteilung.

Demnach betreibt Telogic in Deutschland eine eigene Plattform für Mobilfunk. Wegen der Firmenpleite ist nun jedoch die technische Weiterleitung, das sogenannte Routing, der entsprechenden Handynummern blockiert.

Immerhin: An einer Lösung des Problems wird dem Schreiben zufolge "mit Hochdruck" gearbeitet, zudem seien weder Festnetz- noch Internetverbindungen betroffen. Und in Extremfällen dürften die Soldaten auf "dienstliche Kommunikationsmöglichkeiten" zurückgreifen.

Die Isaf ist eine internationale Schutztruppe unter Nato-Führung. Momentan sind rund 130.000 Soldaten aus etwa 50 Ländern in Afghanistan im Einsatz, sie sollen bis Ende 2014 weitgehend abgezogen werden. Das Mandat für die Beteiligung der Bundeswehr am Isaf-Einsatz hat der Deutsche Bundestag erstmals am 22. Dezember 2001 erteilt.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass sämtlich 130.000 Isaf-Soldaten von der Firmeninsolvenz betroffen seien. Tatsächlich sind es nur die deutschen Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan stationiert sind. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

aar

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1. symptomatisch
uwe koschnick 10.08.2012
Diese Pleite ist symptomatisch für den gesamten (verlorenen) Krieg gegen Afghanistan. Ein einziges Debakel, das wir dem kriegswütigen Joschka Fischer zu verdanken haben.
2. Verträge
Bobby Lobby 10.08.2012
Zitat von sysopdapd130.000 Isaf-Soldaten sind in Afghanistan im Einsatz fern der Heimat - und nicht einer von ihnen kann momentan SMS verschicken oder empfangen. Grund ist die Pleite einer Kommunikationsfirma. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,849456,00.html
Das ist ein wenig unverständlich, und vielleicht lässt sich der Artikel noch um einige Erläuterungen erweitern. Denn was die Insolvenz irgendeiner nahezu unbekannten Mobilfunkfirma damit zu tun hat, daß die Soldaten in Afghanistan nun keine SMS mehr senden oder empfangen können, bleibt unverständlich. Wer hat denn mit "telogic" irgendwelche Verträge abgeschlossen? Und man darf fragen, warum gerade mit "telogic" - einer Firma, die niemand kennt.
3.
Hans58 10.08.2012
Zitat von uwe koschnickDiese Pleite ist symptomatisch für den gesamten (verlorenen) Krieg gegen Afghanistan. Ein einziges Debakel, das wir dem kriegswütigen Joschka Fischer zu verdanken haben.
Würden Sie ein klein wenig nachgedacht haben, würden Sie genauso wie ich gestutzt haben: 130.000 Soldaten? Die Bundeswehr hat in AFG deutlich weniger als 10.000 Soldaten. In dem Spiegel-Artikel ist irgendwo der Wurm drin. P.S. Es ist kein Krieg gegen AFG.
4.
makromizer 10.08.2012
Zitat von Hans58Würden Sie ein klein wenig nachgedacht haben, würden Sie genauso wie ich gestutzt haben: 130.000 Soldaten? Die Bundeswehr hat in AFG deutlich weniger als 10.000 Soldaten. In dem Spiegel-Artikel ist irgendwo der Wurm drin. P.S. Es ist kein Krieg gegen AFG.
ISAF hat in AFG 130000 Soldaten, was anderes steht im Artikel ja auch nicht. Aktuell soll der Anteil derr Bundeswehr davon weniger als 5000 sein
5. Ganz einfach
lufkin 10.08.2012
In Afghanistan steht natürlich keine stabiles und vor allem sicheres Mobilfunknetz zur Verfügung, weder in den Städten, geschweige in den abgelegenere Regionen. Daher bringt die Bundeswehr, für die private Kommunikation der Soldaten, eine eigenes Netz mit. Astrium (100%ige EADS Tochter) stellt die Technik für Sendemasten, gesicherte Uplinks zu den Satelliten und die Downlinks hier in Deutschland. Telogic ist ein sog. MVNE (Mobile Virtual Network Enabler) der dann hier in Deutschland die Einspeisung der Signale in die Mobilfunknetze, die Abrechnung etc pp. übernimmt, weil Astrium und die Bundeswehr natürlich keine eigenen Netze und Sendelizenzen haben.
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Neues Stationierungskonzept der Bundeswehr
Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat das neue Stationierungskonzept der Bundeswehr vorgestellt. Danach stehen mehr als 60 der 328 Standorte vor dem Aus: 32 werden geschlossen, und weitere 33 schrumpfen auf weniger als 15 Mitarbeiter.
Baden-Württemberg
Schließung: Hardheim, Hohentengen, Immendingen, Sigmaringen.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Pforzheim, Ravensburg, Schwäbisch Gmünd.

Stationierung: Künftig 15.800 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 25.500, mit Sigmaringen wird ein Großstandort mit über 1000 Dienstposten geschlossen.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 2,4 auf 1,5.
Bayern
Schließung: Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren, Penzing.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Bamberg, Deggendorf, Kempten (Allgäu), Regensburg, Traunstein, Würzburg.

Stationierung: Künftig 31.000 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 50.700, mit Fürstenfeldbruck und Penzing werden zwei Großstandorte mit über 1000 Dienstposten geschlossen.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 4,1 auf 2,5.
Berlin
Keine Schließungen oder signifikanten Reduzierungen. Das Führungskommando der Luftwaffe kommt nach Berlin-Gatow.

Stationierung: Künftig 5000 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 5200.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner bleibt bei 1,5.
Brandenburg
Keine Schließungen oder signifikanten Reduzierungen. Das Führungskommando des Heeres kommt nach Strausberg.

Stationierung: Künftig 7400 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 8800.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 3,5 auf 2,9.
Bremen
Keine Schließungen oder signifikanten Reduzierungen.

Stationierung: Künftig 700 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 1100.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 1,7 auf 1,1.
Hamburg
Keine Schließungen oder signifikanten Reduzierungen.

Stationierung: Künftig 2400 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 2700.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 1,5 auf 1,4
Hessen
Schließung: Rotenburg an der Fulda.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Darmstadt, Gelnhausen, Wetzlar.

Stationierung: Künftig 5400 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 8600.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 1,4 auf 0,9.
Mecklenburg-Vorpommern
Schließung: Lübtheen, Rechlin, Trollenhagen

Das Führungskommando der Marine kommt nach Rostock.

Stationierung: Künftig 10.600 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 14.200.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 8,6 auf 6,4.
Niedersachsen
Schließung: Ehra-Lessien, Lorup, Schwanewede.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Braunschweig, Göttingen, Neuharlingersiel, Stade.

Stationierung: Künftig 40.800 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 51.600.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner 6,5 auf 5,1.
Nordrhein-Westfalen
Schließung: Kerpen, Königswinter.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Arnsberg, Dortmund, Herford, Paderborn, Recklinghausen, Siegen. Das Führungskommando der Streitkräftebasis erhält seinen Sitz in Bonn.

Stationierung: Künftig 26.800 Soldaten und Zivilbeschäftgte statt bisher 36.600.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 2,0 auf 1,5.
Rheinland-Pfalz
Schließung: Bad Neuenahr-Ahrweiler, Birkenfeld, Emmerzhausen, Kusel, Speyer.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Kaiserslautern. Das Führungskommando des Zentralen Sanitätsdienstes kommt nach Koblenz.

Stationierung: Künftig 20.600 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 28.700, mit Kusel und Speyer werden zwei Großstandorte geschlossen.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 7,2 auf 5,1.
Saarland
Keine Schließungen

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Sankt Wendel.

Stationierung: Künftig 1400 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 2700.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 2,6 auf 1,4.
Sachsen
Schließung: Mockrehna.

Stationierung: Künftig 3600 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 4500.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 1,1 auf 0,9.
Sachsen-Anhalt
Keine Schließungen.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Halle (Saale) Stationierung: Künftig 4400 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 5600.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 2,4 auf 1,9.
Schleswig-Holstein
Schließungen: Alt Duvenstedt, Bargum, Glücksburg, Hohn, Hürup, Ladelund, Lütjenburg, Idstedt, Seeth.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Albersdorf, Bramstedtlund, Itzehoe, Schleswig.

Stationierung: Künftig 15.300 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 26.000.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 9,2 auf 5,4.
Thüringen
Schließung: Ohrdruf.

Künftig weniger als 15 Dienstposten: Mühlhausen, Suhl.

Stationierung: Künftig 6300 Soldaten und Zivilbeschäftigte statt bisher 9000.

Bundeswehrdichte je 1000 Einwohner sinkt von 4,0 auf 2,8.


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