Afghanistan Deutsche Hubschrauber nahe Kunduz beschossen

In Afghanistan sind deutsche Transporthubschrauber während eines Flugs mit Handfeuerwaffen beschossen worden. Bundeswehrsoldaten blieben unverletzt.

Transporthubschrauber der Bundeswehr
AFP

Transporthubschrauber der Bundeswehr


Im Norden Afghanistans sind deutsche Transporthubschrauber beschossen worden. Laut Bundeswehr wurden Hubschrauber vom Typ CH-53 am Dienstag während eines Fluges von Kunduz nach Masar-i-Scharif mit Handfeuerwaffen beschossen.

Das Feuer wurde demnach von Bordsicherungssoldaten erwidert. Die Hubschrauber hätten ihren Flug fortgesetzt und den Flugplatz Masar-i-Scharif erreicht, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums dem SPIEGEL. Deutsche Soldaten blieben demnach unverletzt.

Aktuell sind etwa 1200 deutsche Soldaten in Afghanistan an der Nato-Mission "Resolute Support" beteiligt, die sich seit Anfang 2015 um Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Streitkräfte bemüht. Wegen der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan hatte der Bundestag im März die Obergrenze für den Einsatz von 980 auf 1300 Soldaten erhöht. Die meisten der deutschen Soldaten sind im Feldlager in Masar-i-Scharif stationiert. Eine kleinere Gruppe ist in der Hauptstadt Kabul im Einsatz.

Parlamentskandidat bei Anschlag getötet

Bei einem Anschlag auf eine Wahlveranstaltung in der südafghanischen Stadt Laschkar Gah ist ein Parlamentskandidat getötet worden. Abdul Dschabar Kahraman sei nach der Explosion einer Bombe in seinem Wahlkampfbüro am Mittwochmorgen seinen Verletzungen erlegen, teilte eine Provinzrätin mit. Bei dem Anschlag seien zudem mindestens weitere vier Personen getötet worden. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat.

Kahraman war zuletzt für die Provinz Helmand im Parlament und wollte sich seiner Wiederwahl stellen. In den Wochen vor den Wahlen wurden mit Kahraman mindestens zehn Kandidaten bei Anschlägen getötet. Laut Uno wurden bis Ende September zudem 126 Zivilisten bei Anschlägen auf Wahlregistrierungsstellen, Wahllokale oder Wahlkampfveranstaltungen getötet und 240 weitere verletzt.

Am Samstag wird in Afghanistan mit mehr als drei Jahren Verspätung ein neues Parlament gewählt. Mehr als 2500 Kandidaten, darunter rund 400 Frauen, kämpfen um 250 Sitze in der Wolesi Dschirga (Haus des Volkes). Die Wahl war aufgrund von Verzögerungen bei der Wahlrechtsreform mehrere Male verschoben worden.

asa/dpa



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