Afghanistan-Debatte Käßmann trifft Guttenberg zur Aussprache

Ihre kritischen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz sorgten für Empörung bei Politikern und Bundeswehr: Nun sucht Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, das Gespräch mit Verteidigungsminister Guttenberg.

Bischöfin Käßmann: Treffen mit Guttenberg angesetzt
dpa

Bischöfin Käßmann: Treffen mit Guttenberg angesetzt


Berlin - Im Streit um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wollen die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) miteinander reden. Das Treffen ist nach Angaben der Theologin für den 11. Januar geplant.

Käßmann freue sich, dass der Verteidigungsminister ihrer Anregung zu einem persönlichen Gespräch sofort zugestimmt habe, teilte die Kanzlei der hannoverschen Landesbischöfin mit. Guttenberg sagte der "Leipziger Volkszeitung": "Ich will zunächst einmal selbst von der Bischöfin im Zusammenhang hören, wie sie zu dieser Einschätzung gekommen ist."

Damit bezog sich Guttenberg auf Käßmanns Forderung nach einem Bundeswehr-Abzug aus Afghanistan. "Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen", hatte die 51-Jährige gesagt. Mehrere Politiker und der Bundeswehrverband reagierten mit Unmut und Empörung auf die Äußerungen.

Bei dem Treffen mit Guttenberg wolle Käßmann laut ihrer Kanzlei über die "friedensethische Position der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Afghanistan-Politik der Bundesregierung" sprechen.

"Grundsätzlich bin ich sehr dankbar dafür, dass beide Kirchen auch in Afghanistan selbst mit der Militärseelsorge zur Unterstützung unserer Soldaten beitragen", sagte Guttenberg. "Ich bin mir sicher, dass Frau Käßmann das sicherlich nicht herabgewürdigt sehen will."

"Kreativität in der Friedenspolitik"

Unterstützung erhielt Käßmann am Dienstag von den evangelischen Bischöfen im Norden. "Viele Menschen verstehen nicht mehr, warum der Einsatz nötig ist und welches Ziel er hat. Auch ist unklar, wie er beendet werden kann", sagte die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen. Der Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich betonte: "Ich stimme Bischöfin Käßmann unbedingt zu, dass wir mehr Kreativität in unserer Friedenspolitik brauchen."

Für eine "offene und ehrliche Debatte über die Situation unserer Soldaten und deren Auftrag" sprach sich am Dienstag der katholische Militärbischof der Bundeswehr aus. Die Frage, ob der Einsatz in Afghanistan gerechtfertigt sei, sei "zu jeder Zeit berechtigt", sagte Walter Mixa.

hut/dpa



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lebenslang 04.12.2009
1.
vom militärischen standpunkt her ist es egal, die bundeswehr wurde von der regierung und der deutschen öffentlichkeit soweit in ihrer militärischen funktionstüchtigkeit herabgedrückt, dass sie mit 4500 oder 6500 mann eh kaum etwas gescheites auf die beine stellen wird. wichtig sind diese 2000 man eher als symbolische geste den kampf der amerikaner und briten sichtbar unterstützen zu wollen.
reinhard_m, 04.12.2009
2.
Zitat von lebenslangvom militärischen standpunkt her ist es egal, die bundeswehr wurde von der regierung und der deutschen öffentlichkeit soweit in ihrer militärischen funktionstüchtigkeit herabgedrückt, dass sie mit 4500 oder 6500 mann eh kaum etwas gescheites auf die beine stellen wird. wichtig sind diese 2000 man eher als symbolische geste den kampf der amerikaner und briten sichtbar unterstützen zu wollen.
Aber es kostet wieder eine Menge Geld für nichts.
sagichned 04.12.2009
3.
Zitat von lebenslangvom militärischen standpunkt her ist es egal, die bundeswehr wurde von der regierung und der deutschen öffentlichkeit soweit in ihrer militärischen funktionstüchtigkeit herabgedrückt, dass sie mit 4500 oder 6500 mann eh kaum etwas gescheites auf die beine stellen wird. wichtig sind diese 2000 man eher als symbolische geste den kampf der amerikaner und briten sichtbar unterstützen zu wollen.
Ja, jetzt ist die öffentlichkeit schuld für das von anfang an zum scheitern verdammte abenteuer.
lebenslang 04.12.2009
4.
Zitat von reinhard_mAber es kostet wieder eine Menge Geld für nichts.
abgerechnet wird wie im zum schluss.
lebenslang 04.12.2009
5.
Zitat von sagichnedJa, jetzt ist die öffentlichkeit schuld für das von anfang an zum scheitern verdammte abenteuer.
zumindest ist sie dafür mitverantwortlich wenn es scheitern sollte. allerdings ist dies dann nicht auf deren eigenem mist gewachsen sondern ergebnis einer völlig verfehlten informationspolitik der bundesregierung.
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