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Afghanistan: Deutscher seit Januar in US-Gefangenschaft

Ist das ein zweiter Fall Kurnaz? Das US-Militär hält nach SPIEGEL-Informationen seit Januar den aus Wuppertal stammenden Gholam Ghaus Z. in Afghanistan gefangen - ohne erkennbaren Grund.

Hamburg - Er war zu einem Verwandtenbesuch in Afghanistan unterwegs - aber seine Reise endete in Gefangenschaft: Seit Anfang Januar halten US-Militärs den aus Wuppertal stammenden Gholam Ghaus Z., 41, ohne erkennbaren Grund auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul gefangen.

Ein US-Soldat bewacht das Gelände der Airbase Bagram in Afghanistan: Seit Januar wird der Deutsche Gholam Ghaus Z. auf dem Stützpunkt gefangengehalten
AP

Ein US-Soldat bewacht das Gelände der Airbase Bagram in Afghanistan: Seit Januar wird der Deutsche Gholam Ghaus Z. auf dem Stützpunkt gefangengehalten

Nach SPIEGEL-Informationen war Z., ein Deutscher afghanischer Herkunft, unter Terrorismusverdacht festgenommen worden, als er in einem Supermarkt der US-Militärs einen Rasierapparat kaufen wollte. Für die Amerikaner waren unter anderem Banknoten verschiedener Währungen und Telefonkarten aus mehreren Ländern Indizien dafür, dass der ledige Deutsche ein muslimischer Terrorist sein könnte. Obwohl stundenlange Verhöre diesen Verdacht nicht erhärteten, wird Z. seit mehr als drei Monaten festgehalten.

Beamte des Bundesnachrichtendienstes befragten den Frührentner im Gefängnis von Bagram, das Bundesamt für Verfassungsschutz überprüfte seine Lebensumstände in Deutschland. "Das war alles total sauber", sagte eine hochrangiger Sicherheitsexperte.

Deutsche Geheimdienstler und Diplomaten befürchten "einen neuen Fall Kurnaz". Der Bremer Murat Kurnaz, 26, war von US-Militärs viereinhalb Jahre grundlos unter anderem im Gefangenenlager Guantanamo festgehalten worden. Das Schicksal des Wuppertalers Z. belastet die deutsch-amerikanischen Beziehungen.

So verlangen die US-Behörden nach SPIEGEL-Informationen von der Bundesregierung "umfassende Sicherheitsgarantien" für den Fall seiner Freilassung, die, so ein deutscher Sicherheitsexperte, einer "Komplettüberwachung" gleichkämen und nicht erfüllbar seien. Bei einem Treffen mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier Anfang März in Brüssel versprach seine amerikanische Amtskollegin Condoleezza Rice, den Fall zu prüfen.

Alle Details über Gholam Ghaus Z. lesen Sie im neuen SPIEGEL: ab Samstag, 22 Uhr, als E-Paper und am Montag an jedem Kiosk.

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