Afghanistan Dutzende Tote bei Anschlag in Kabul

Die Opfer nahmen an einer religiösen Zeremonie teil: Bei einem Anschlag in Afghanistans Hauptstadt Kabul hat ein Selbstmordattentäter mindestens 50 Menschen mit in den Tod gerissen, Dutzende wurden verletzt.

Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in Kabul
REUTERS

Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in Kabul


Es war einer der schwersten Anschläge in Kabul seit Monaten: Bei einem Selbstmordattentat in der afghanischen Hauptstadt sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehr als 80 Menschen seien außerdem verletzt worden, sagte Wahidullah Madschroh, ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. 24 der Verwundeten würden in Lebensgefahr schweben.

Das Attentat richtete sich offenbar gegen eine Versammlung religiöser Führer, darunter auch Mitglieder des Ulema-Rates, des höchsten Gremiums der afghanischen Geistlichkeit.

Laut dem Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, sprengte sich der Attentäter während einer religiösen Zeremonie anlässlich des Feiertags des Geburtstags des Propheten Mohammed in die Luft. Augenzeugen zufolge, die der Fernsehsender ToloTV zitierte, hätten sich zu dem Zeitpunkt des Anschlags mindestens 1000 Menschen in der Hochzeitshalle an der Flughafenstraße befunden. Dort reihen sich mehrere Hochzeitshallen aneinander, die abends alle mit bunten und festlichen Lichtern beleuchtet sind. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert. Sowohl die radikal-islamischen Taliban als auch die Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) verüben immer wieder Anschläge.

Nach Angaben der Vereinten Nationen fielen dem Konflikt zwischen Regierung und Aufständischen in der ersten Jahreshälfte rund 1700 Zivilisten zum Opfer, so viele wie noch nie zuvor. Seit dem Rückzug des Großteils der ausländischen Streitkräfte im Jahr 2014 haben die Taliban stetig an Boden gewonnen.

Erst vergangene Woche hatte sich ein Selbstmordattentäter am Rande einer Demonstration im Zentrum Kabuls in die Luft gesprengt. Dabei waren mindestens sechs Menschen gestorben.

als/dpa/AFP/Reuters



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