Terror in Afghanistan Elf Kinder sterben bei Anschlag auf Nato-Konvoi

Das Ziel waren offenbar Nato-Soldaten, doch der Anschlag im südafghanischen Kandahar forderte vor allem zivile Opfer, darunter viele Kinder.

Nato-Soldaten nahe Kandahar (Archivbild
SADIQ/ EPA/ REX/ Shutterstock

Nato-Soldaten nahe Kandahar (Archivbild


Im Süden Afghanistans hat ein Selbstmordattentäter mindestens elf Kinder mit in den Tod gerissen. Bei dem Anschlag nahe einer Moschee mit Schule in der Provinz Kandahar wurden zudem 16 weitere Menschen verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Unter den Verletzten im Distrikt Daman seien neun Zivilisten, zwei Polizisten sowie fünf rumänische Soldaten, hieß es. Die Autobombe explodierte demnach, als ein ausländischer Militärkonvoi an der Moschee vorbeifuhr.

Die Nato-Mission Resolute Support (RS) teilte per E-Mail mit, sie sei von dem Vorfall unterrichtet worden. Die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) äußerten sich zunächst nicht zu dem Anschlag.

Die zweite Explosion in Kabul galt Journalisten, die über den Anschlag berichten wollten
DPA

Die zweite Explosion in Kabul galt Journalisten, die über den Anschlag berichten wollten

Wenige Stunden zuvor hatte bereits ein schwerer Doppelanschlag die Hauptstadt Kabul erschüttert, den die IS-Miliz für sich reklamiert. Zwei Selbstmordattentäter zündeten ihre Sprengsätze zeitversetzt. Dutzende Helfer und Journalisten wurden Opfer der zweiten Detonation, als sie den Opfern der ersten Explosion helfen und über das Attentat berichten wollten.

Die Zahl der Toten wird bislang mit 25 beziffert, acht von ihnen waren Medienvertreter. Der zweite Selbstmordattentäter hatte sich offenbar als Journalist getarnt und sich in einer Gruppe von Reportern in die Luft gesprengt. Einer der Getöteten arbeitete für die britische BBC. Der Sender in London gab am Nachmittag den Tod seines lokalen Mitarbeiters Ahmad Shah bekannt.

cht/dpa/AP/Reuters



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