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Afghanistan-Erfahrung: Russland gibt USA Rückzugsnachhilfe

Von , Moskau

Erst die Truppen verstärken, dann schleunigst abziehen: Die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Obama wird in Russland begrüßt. Man hofft auf eine schnelle Stabilisierung des Landes - und warnt den Westen davor, in die gleiche Falle zu tappen wie die Sowjets.

Sowjetischer Abzug aus Afghanistan 1989: "Jedes Land muss seine Fehler selbst machen" Zur Großansicht
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Sowjetischer Abzug aus Afghanistan 1989: "Jedes Land muss seine Fehler selbst machen"

Wenn der Ex-Kommandeur, ein hochdekorierter ehemaliger General, über den Einsatz in Afghanistan spricht, dann hebt er gern die Rolle des zivilen Aufbaus am Hindukusch hervor. "Wir hatten nicht den Auftrag, militärisch zu siegen", sagt er dann. "Unser Auftrag war, politisch zu siegen." Seine Truppen hätten lediglich "Banditengruppen" zurückgeschlagen, "die uns angegriffen haben" und mit Drogen handelten.

Doch es ist kein Nato-General, der über die Isaf-Operation in Afghanistan philosophiert. Es ist Boris Gromow, Gouverneur des Moskauer Gebietes, "Held der Sowjetunion" - und einst Kommandeur der 40. sowjetischen Armee, die sich neun Jahre lang mühte, in Afghanistan für Sicherheit und Sozialismus zu sorgen. Vergeblich, so wie heute auch ein westliches Bündnis weitgehend erfolglos Stabilität und - wenn möglich - ein wenig Demokratie in Afghanistan zu verbreiten sucht.

Im Februar 1989 führte Gromow die letzten sowjetischen Soldaten über die Grenze in die Sowjetrepublik Usbekistan, mit wehenden roten Fahnen zogen Lastwagen und Panzerfahrzeuge über die Grenzbrücke. Gromow aber hielt eine Minute auf der Brücke nahe Termez inne - und gedachte der gefallenen Freunde und Kameraden. 15.000 sowjetische Soldaten verloren während der Kämpfe ihr Leben, Zehntausende kehrten verletzt und traumatisiert in die Heimat zurück.

Zwei Jahrzehnte, nachdem der letzte russische Soldat die Grenze überschritten hat, sind heute Bundeswehrsoldaten in Termez stationiert. Vom Flugfeld der Stadt versorgen sie die Kameraden des deutschen Kontingents der Isaf-Schutztruppe. Gemeinsam mit Verbänden von Verbündeten, vor allem Amerikanern, versuchen sie, Afghanistan zu befrieden und die Taliban in Schach zu halten. Bislang mit mäßigem Erfolg.

"Mehr Soldaten bedeuten mehr Tote"

In Moskau werden die verzweifelten Anstrengungen der Amerikaner mit besonderem Interesse verfolgt. Die Regierung zeigte sich zufrieden mit Obamas Vorhaben, die US-Truppen in Afghanistan um 30.000 Soldaten aufzustocken. Eine Stabilisierung der Region sei schließlich im Interesse aller, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Afghanistan müsse "so schnell wie möglich ein unabhängiger, wohlhabender, sich selbst erhaltender und von Drogenkriminalität und Terrorismus befreiter Staat" werden.

Vor allem die zahlreichen Afghanistan-Veteranen melden sich dieser Tage in Russland zu Wort. "Mehr Soldaten bedeuten schlicht mehr Tote", mahnt etwa Gennady Saizew. Saizew war einst Kommandeur der Elitetruppe "Alfa" des KGB, die 1979 den Palast des afghanischen Präsidenten Amin stürmte und den Staatschef liquidierte.

Die Verlegung weiterer amerikanischer Truppen sei sinnlos, erklärt auch General Igor Rodionow, auch er einst General während des Afghanistan-Feldzuges. "Es ist doch schon alles ausprobiert worden", sagt Rodionow.

Tatsächlich ist das Echo auf Obamas Ankündigung in Moskau geteilt. Mit einer gewissen Genugtuung beobachtete Russland in den vergangenen Jahren das Ausbleiben von Erfolgen der Amerikaner am Hindukusch. Zu sehr schmerzte noch das Gefühl, im Krieg gegen die Mudschahidin in den achtziger Jahren gedemütigt worden zu sein. Man hat nicht vergessen, dass es vor allem die USA und Pakistan waren, welche die Kämpfer damals mit Dollars und Waffen gegen die Sowjets rüsteten.

Ein Interesse am Scheitern des Westens in Afghanistan hat Russland aber nicht - schon wegen der direkten Nachbarschaft zum eigenen Land und den zentralasiatischen Staaten Usbekistan, Kirgisien und Tadschikistan. "Eine Stabilisierung der Situation in Afghanistan ist sehr wichtig für uns", kommentierte auch Russlands Nato-Botschafter Dmitrij Rogosin die Entscheidung des US-Präsidenten.

Haben die Afghanen unter den Sowjets besser gelebt als heute?

Obama hat versprochen, er wolle den Feldzug in Afghanistan zu einem "erfolgreichen Ende" führen. In Moskau aber fragt man sich, worin der Erfolg bestehen soll. "Um einen Erfolg zu bemessen, müsste man ja wissen, welches Ziel erreicht werden soll", sagt Fjodor Lukjanow, Herausgeber der einflussreichen Zeitschrift "Russia in Global Affairs". "Die Sowjetunion wollte den Sozialismus in Afghanistan errichten. Es wurde viel in Infrastruktur investiert. Die USA wollten dagegen lediglich die Taliban vertreiben." Eine langfristige Zielsetzung, ein Konzept für das Land habe es aber nie gegeben.

Heute höre man daher mit Genugtuung von Afghanen, sie hätten unter den Sowjets gar besser gelebt als heutzutage. Doch jetzt ist es zu spät, um die Strategie für den Aufbau zu überdenken: Obama hat bereits einen zügigen Abzug aus Afghanistan versprochen. Ein Rückzug möglichst ohne Gesichtsverlust - in Russland hält man das für den größten Erfolg, den der Westen in Afghanistan noch erringen kann.

Und was wird danach aus Afghanistan? Die Sowjets installierten nach ihrem eigenen Rückzug mit Mohammed Nadschibullah in Kabul einen treuen Vasallen. Der konnte sich dank Unterstützung aus Moskau auch ohne General Gromow und dessen Truppen mehrere Jahre an der Macht halten. Erst als die Sowjetunion zusammen- und der Rückhalt für Nadschibullah im neuen Russland wegbrach, wurde er 1992 gestürzt. Vier Jahre darauf wurde Nadschibullah von den Taliban bestialisch gelyncht.

"Der Westen braucht jetzt einen fähigen Politiker, eine Art zweiten Nadschibullah", glaubt Experte Lukjanow. Doch es gebe Zweifel, ob Präsident Hamid Karzai für den Posten wirklich geeignet sei. Auf keinen Fall aber dürften die USA und Europa seine Regierung in Kabul nach einem Truppenabzug im Stich lassen.

Das wäre die Lektion, die Obama jetzt von den gescheiterten Sowjets lernen könnte. Außenpolitikkenner Lukjanow ist jedoch skeptisch. "Die Geschichte zeigt: Jedes Land muss seine Fehler selbst machen."

mit Material von AP

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Forum - Afghanistan - bringt Obamas neuer Plan die Wende?
insgesamt 673 Beiträge
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1.
Rübezahl 02.12.2009
Zitat von sysop30.000 zusätzliche Soldaten, mehr Hilfe von den Verbündeten und ein schrittweiser Abzug ab 2011 - US-Präsident Obama hat seine Strategie für Afghanistan vorgelegt. Kann der Plan die Wende bringen?
Nein ! Zum einen wird der Abzug wie bei den Engländern um 1843 blutig verlaufen, zum anderen wird es nicht zurück nach Amerika gehen sondern weiter nach Pakistan.
2. Kann der Plan die Wende bringen?
Bettelmönch, 02.12.2009
Zitat von sysop30.000 zusätzliche Soldaten, mehr Hilfe von den Verbündeten und ein schrittweiser Abzug ab 2011 - US-Präsident Obama hat seine Strategie für Afghanistan vorgelegt. Kann der Plan die Wende bringen?
Der Plan erhält zwar viel Kritik, aber ich denke schon. Wenn die zusätzlichen Truppen da jetzt hingehen, wissen sie, dass sie eineinhalb Jahre Zeit haben, um die Sache zu erledigen. Das wirkt anspornend und motivierend. Daneben wirkt die Truppenaufstockung motivierend. Also eine doppelte Motivierung. Ich tue blöde Dinge besser, wenn ich weiß, wann ich damit fertig bin.
3.
Meckermann 02.12.2009
In Afganistan geht es im Grunde nur noch darum zu retten, was zu retten ist. Hätte man diesen Krieg von Anfang an mit einem klaren Konzept und den notwendigen Mitteln (zum Beispiel denen, die dann für den Irak drauf gingen) geführt, dann sähe es dort heute vielleicht ganz anders aus. So war es aber nunmal nicht und nun muss man aus dem vorhandenen das beste machen. Ich denke Obama geht hier den richtigen Weg: noch einmal eine richtige Kraftanstrengung aber mit Deadline bis zu der Ergebnisse vorliegen müssen.
4.
Stefanie Bach, 02.12.2009
Zitat von BettelmönchDer Plan erhält zwar viel Kritik, aber ich denke schon. Wenn die zusätzlichen Truppen da jetzt hingehen, wissen sie, dass sie eineinhalb Jahre Zeit haben, um die Sache zu erledigen. Das wirkt anspornend und motivierend. Daneben wirkt die Truppenaufstockung motivierend. Also eine doppelte Motivierung. Ich tue blöde Dinge besser, wenn ich weiß, wann ich damit fertig bin.
Kann man ohne Sprache denken? (http://www.plantor.de/2009/kann-man-ohne-sprache-denken/) Wohl nicht, deshalb ist es gut, dass Obama sehr klar gesagt hat, dass dieser Krieg im vitalen amerikanischen Interesse ist - letzlich dient er der Stabilisierung der Atommacht Pakistan. Auch Deutschland sollte sich zügig von unrealistischen Begründungen seiner Kriegsbeteiligung verabschieden. Entweder wir stehen dazu, dass wir dort Krieg führen, weil wir den Amerikanern zur Bündnistreue verpflichtet sind, oder wir lassen es ganz.
5.
leser75 02.12.2009
Afghanistan ist mit militärischen Mitteln nicht zu befrieden - deshalb wird auch diese Ankündigung eines amerikanischen Präsidenten wie eine Seifenblase zerplatzen - es ist das dritte Engagement mit vielen Gefallenen in den eigenen Reihen, das scheitert nach Vietnam und dem Irak. Europa muß lernen, sich eine eigene Meinung und Strategie im Vorfeld solcher "Abenteuern" zu bilden, wir sind kein Anhängsel.
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Auszüge aus Obamas Rede
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"Wir haben nicht um diesen Kampf gebeten"
"Wir haben nicht um diesen Kampf gebeten."

"Als Oberkommandierender habe ich es bestimmt, dass es in unserem vitalen nationalen Interesse ist, zusätzlich 30.000 Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Nach 18 Monaten werden unsere Truppen damit beginnen, nach Hause zu kommen."

"Wenn ich nicht denken würde, dass die Sicherheit der Vereinigten Staaten und des amerikanischen Volkes auf dem Spiel stünde, würde ich frohen Mutes jeden einzelnen Soldaten schon morgen nach Hause befehligen."

"Nein, ich treffe diese Entscheidung nicht leichten Herzens. Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich überzeugt bin, dass unsere Sicherheit in Afghanistan und Pakistan auf dem Spiel steht. Dies ist das Epizentrum des gewalttätigen Extremismus, wie ihn al-Qaida praktiziert."

"Die 30.000 zusätzlichen Soldaten, die ich heute ankündige, werden in der ersten Hälfte 2010 entsandt - und damit so schnell wie möglich, damit sie den Aufstand bekämpfen und wichtige Bevölkerungszentren schützen können."

"Unsere Freunde haben an unserer Seite gekämpft, geblutet und sind an unserer Seite gestorben. Jetzt müssen wir zusammenstehen, um diesen Krieg erfolgreich zu beenden. Auf dem Spiel steht nicht einfach nur die Glaubwürdigkeit der Nato - was auf dem Spiel steht, ist die Sicherheit unserer Alliierten und die kollektive Sicherheit der Welt."

"Aber es muss der afghanischen Regierung - und, was noch wichtiger ist, dem afghanischen Volk - klar sein, dass sie am Ende selber für ihr eigenes Land verantwortlich sind."

"Den Blick nach vorne gerichtet, bekennen wir uns zu einer Partnerschaft mit Pakistan, die auf einem Fundament von gegenseitigen Interessen, gegenseitigem Respekt und gegenseitigem Vertrauen steht."

"Es muss klar sein, dass die Afghanen die Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen müssen und dass Amerika kein Interesse daran hat, einen endlosen Krieg in Afghanistan zu kämpfen."
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Appell in West Point: Obamas neue Afghanistan-Strategie

Karzai und Afghanistan
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Hamid Karzai
AFP
Hamid Karzai ist der derzeit amtierende Präsident Afghanistans. Nach der ersten Phase des Afghanistan-Kriegs hatten ihn die USA und die Uno auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 als Regierungschef einer afghanischen Interimsregierung durchgesetzt. Die Loya Jirga wählte Karzai 2002 zum Präsidenten einer Übergangsregierung, und nach Verabschiedung einer neuen Verfassung bestimmten ihn die Afghanen 2005 in direkter Wahl zu ihrem Präsidenten. Durch den Einfluss der Warlords blieb Karzais Macht jedoch beschränkt. Zuletzt verlor er auch die Unterstützung der USA.

Hamid Karzai wurde 1957 in Kandahar geboren. Er gehört dem mächtigen Paschtunen-Stamm der Popalzai an, der mehrere afghanische Könige hervorbrachte. Karzai studierte in Indien und hielt sich immer wieder in den USA auf. Zusammen mit den Mudschahidin kämpfte er in den achtziger Jahren gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans . Aus dem Exil in Pakistan unterstützte Karzai die Taliban zunächst, wandte sich dann aber gegen das Regime, dem auch die Ermordung seines Vaters zugeschrieben wird. Nach Beginn der amerikanischen Militäraktion in Afghanistan kehrte Karazi 2001 in seine Heimat zurück und stellte sich an die Spitze der Anti-Taliban-Bewegung in der Region Kandahar.

Präsidentschaftswahlen
dpa
Am 30. August 2009 wählten die Afghanen ihren neuen Präsidenten. Doch es kam zu massiven Fälschungen, insbesondere zugunsten Karzais. Die Auszählungsergebnisse in 210 Wahllokalen wurden anschließend für ungültig erklärt. Karzai, der sich zuvor als Sieger gesehen hatte, verfehlte nach dem um manipulierte Stimmen bereinigten Endergebnis die absolute Mehrheit: Er erreichte nur 49,67 Prozent der Stimmen.

Eine Stichwahl zwischen Karzai und Ex-Außenminister Abdullah Abdullah sollte die Entscheidung bringen. Doch der Herausforderer zog seine Kandidatur zurück mit der Begründung, es könne wie im ersten Durchgang erneut zu Unregelmäßigkeiten kommen. Die afghanische Wahlkommission rief Karzai daraufhin erneut zum Präsidenten aus.

Isaf-Einsatz
DDP
Nach Beginn des Afghanistan-Kriegs 2001 und dem Sturz der radikal-islamischen Taliban beschloss der Uno-Sicherheitsrat , eine internationale Schutztruppe im Land ( Isaf ) einzusetzen. Sie soll den Wiederaufbau Afghanistans zu einer Demokratie absichern, auch indem sie zivile Wiederaufbauteams (PRTs) schützt, von denen derzeit 26 tätig sind.

Der Einsatz war zunächst auf die Hauptstadt Kabul und deren Umgebung beschränkt und wurde bis 2006 auf das ganze Land ausgeweitet. Seit 2003 führt die Nato die Isaf. Derzeit gehören ihr mehr als 119.000 Soldaten aus 46 Nationen an, darunter auch aus Nicht-Nato-Staaten wie Australien und Neuseeland.
Deutschland übernahm 2006 das Isaf-Kommando für den Norden Afghanistans. 2007 bestellte die Bundeswehr sechs Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado ab, die Luftbilder aus ganz Afghanistan für Isaf liefern. Die Bundesrepublik stellt derzeit mit mehr als 4000 Soldaten die drittgrößte Truppe nach den USA und Großbritannien.

Probleme in Afghanistan
AFP
Da die Taliban inzwischen wieder an Stärke gewonnen haben, nehmen die militärischen Auseinandersetzungen zu. Besonders hart umkämpft ist der Osten des Landes, wo die meisten US-Soldaten stationiert sind. Die schwer kontrollierbaren Stammesgebiete Pakistans gelten als Rückzugsgebiet und Nachschubbasis der Taliban.

Die Stabilisierung Afghanistans wird durch Korruption, die bis in höchste Regierungskreise verbreitet ist, sowie durch Drogenproduktion und -schmuggel erschwert.

Opium-Wirtschaft
REUTERS
Obgleich die afghanische Übergangsregierung unter Karzai im Januar 2002 den Schlafmohnanbau verboten hat, ist der Drogenanbau rasch wieder zum dominierenden Wirtschaftszweig Afghanistans geworden. Das Land ist der weltweit größte Produzent von Rohopium .

Mit Einnahmen aus dem Drogenschmuggel finanzieren die Taliban ihren Kampf gegen Karzais Regierung und die ausländischen Truppen. Die Bekämpfung ist problematisch, weil viele Menschen von dem Handel leben. Isaf -Soldaten sind inzwischen befugt, gegen Drogenhändler vorzugehen und Laboratorien zu zerstören, in denen Schlafmohn zu Opium verarbeitet wird.

Afghanistan-Krieg
REUTERS
Der Afghanistan-Krieg der USA und ihrer Verbündeten war die erste große militärische Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 . Er richtete sich sowohl gegen das Terrornetzwerk al-Qaida , das für die Anschläge verantwortlich gemacht wird, als auch gegen das seit Mitte der neunziger Jahre in Afghanistan herrschende islamisch-fundamentalistische Taliban -Regime.

Die Taliban wurden bezichtigt, Osama Bin Laden und andere hochrangige Mitglieder von al-Qaida zu unterstützen und zu beherbergen.

Die erste Kriegsphase endete mit dem Fall der Hauptstadt Kabul und der Provinzhauptstädte Kandahar und Kunduz im November und Dezember 2001. Auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 wurde eine Interimsregierung unter Präsident Hamid Karzai eingesetzt und die Einberufung einer verfassunggebenden Loya Jirga beschlossen. Gleichzeitig erteilte der Uno-Sicherheitsrat den Nato-Staaten und mehreren Partnerländern das Isaf -Mandat zur Unterstützung des Wiederaufbaus.



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