Kabul - Bei Angriffen in Afghanistan kamen am Sonntag mindestens vier Nato-Soldaten ums Leben. Wie die internationale Schutztruppe mitteilte, starben die Einsatzkräfte durch Gewalttaten von Aufständischen im Osten und Süden des Landes. Zu weiteren Einzelheiten äußerte sich die Nato-geführte Isaf vorerst nicht.
Das Büro des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy teilte am Sonntag mit, zwei französische Nato-Soldaten seien bei Kämpfen im Nordosten Afghanistans getötet und fünf weitere verletzt worden. Die Soldaten hätten an einer Aufklärungsmission teilgenommen und seien in ein Feuergefecht verwickelt worden. Frankreich beteiligt sich mit etwa 4000 Soldaten an dem Nato-Einsatz.
In der Nacht zu Samstag waren beim Absturz eines Hubschraubers in der östlichen Provinz Wardak 38 Menschen ums Leben gekommen, darunter 31 Angehörige des US-Militärs und sieben Afghanen. Die radikalislamischen Taliban hatten erklärt, den Helikopter abgeschossen zu haben. Es ist der schwerste Verlust für das US-Militär seit Beginn des Afghanistankriegs Ende 2001.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle äußerten sich bestürzt. "Ich bin tief betroffen von dem schrecklichen Verlust einer so großen Zahl amerikanischer Soldaten", übermittelte die Kanzlerin an US-Präsident Barack Obama. Ein solcher Vorfall werde die Nato jedoch nicht davon abhalten, den Wiederaufbau Afghanistans fortzusetzen. Nach Informationen des Internetdienstes icasualties.org starben seit Jahresbeginn fast 380 Nato-Soldaten im Afghanistan-Einsatz.
Derzeit sind rund 140.000 Nato-Soldaten in Afghanistan im Einsatz, darunter 100.000 aus den USA. Die Mehrheit wird bis Ende 2014 abgezogen. Obama hatte angekündigt, bereits bis zum Sommer nächsten Jahres 33.000 US-Soldaten heimzuholen. Nach Angaben des Pentagons wurden bislang etwa 1600 US-Soldaten in Afghanistan getötet.
Einem Nato-Beschluss zufolge sollen der Kampfeinsatz am Hindukusch bis 2014 beendet und die Sicherheitsverantwortung für das Land bis dahin schrittweise an die Afghanen übergeben werden. In den ersten sieben Gebieten übernahmen afghanische Armee und Polizei vor wenigen Wochen das Kommando von der Isaf.
lgr/dpa/AP
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