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Afghanistan-Fonds: US-Armee erhob Gebühr für deutsche Großspende

Von und

Eine Großspende aus Deutschland hat Verwerfungen mit dem Nato-Partner USA ausgelöst. 50 Millionen Euro kamen aus Berlin für die afghanische Armee. Doch davon wollte die US-Bürokratie eine Gebühr in Millionenhöhe abziehen - zum Unmut der Deutschen, wie aus den US-Depeschen hervorgeht.

Soldaten der Afghanischen National-Armee nahe Kabul: "Gut angelegte Euros" Zur Großansicht
AFP

Soldaten der Afghanischen National-Armee nahe Kabul: "Gut angelegte Euros"

In der Hochglanzbroschüre "Unsere Bundeswehr in Afghanistan" ist noch alles eitel Sonnenschein: Unter der Überschrift "Stand unseres Engagements" ist von einer Riesenspende die Rede, die von Deutschland an den Hindukusch geflossen sei. 50 Millionen Euro habe die Bundesregierung 2009 an einen Stiftungsfonds für die nationale afghanische Armee (Afghan National Army, ANA) überwiesen, den ANA Trust Fund. Das Geld sei "zur Verbesserung der Einsatzfähigkeit und für den Aufbau der ANA" gedacht, heißt es in der Werbeschrift der Bundeswehr. Gut angelegte Euros, das ist die Botschaft: Immerhin soll die Afghanen-Armee nach einem Abzug der Isaf-Truppen selbst für Sicherheit sorgen.

Tatsächlich passierte in den Monaten nach der Überweisung Ende Oktober offenbar nicht viel - vor allem nicht das, was Deutschland mit der Millionengabe erreichen wollte. Dafür gab es Ärger: Denn die Amerikaner wollen selbst einen erheblichen Teil der Spende einkassieren.

Das geht aus einer geharnischten Demarche ( mehr dazu auf Wikipedia...) des damaligen deutschen Nato-Botschafters in Brüssel, Ulrich Brandenburg, an seinen US-Gegenpart Ivo Daalder hervor. Das deutsche "Non-Paper" ( mehr dazu auf Wikipedia...) vom 3. Februar diesen Jahres leitete die US-Mission bei der Nato noch am selben Tag mit Kommentierungen und der dringenden "Bitte um Anweisungen ("Guidance")" nach Washington weiter. Denn Brandenburg war sauer, dass die Mittel noch nicht an die gewünschten Projekte geflossen seien.

Man habe das Geld "ausschließlich" für bestimmte Projekte geschickt, schrieb er, insbesondere für ein Vorhaben in Kabul (zwei Millionen Euro), eins in Faizabad (eine Million Euro) und eins in Masar-i-Scharif (vier Millionen). Aber: "Bis heute hat keine Projektfinanzierung stattgefunden." Dass die deutschen Mittel nicht ankamen, habe schon zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten der ANA-Logistikschule in Kabul geführt. Das sei jetzt "finanziell der dringlichste Fall". Deutschland erwarte, dass die insgesamt sieben Millionen für die drei Leuchtturmprojekte nun "ohne jede weitere Verzögerung" angewiesen würden, heißt es weiter in dem Brandbrief.

"Unvermeidlich heftige Kritik"

Und das war nicht die einzige Beschwerde von deutscher Seite. Im Widerspruch zu den getroffenen Vereinbarungen werde das Geld von amerikanischen Spendenmanagern verwaltet. Das führe nun dazu, dass das dafür zuständige "U.S. Army Corps of Engineers" eine "Verwaltungsgebühr" in Höhe von 15 Prozent kassieren wolle. So etwas sei dem deutschen Parlament nur schwer zu vermitteln.

Das Thema sei bereits im Bundestag "angesprochen worden und hat zu Fragen geführt, warum die von der Bundesregierung gespendeten Gelder bei den priorisierten Projekten bislang keine spürbaren Fortschritte gebracht hätten", schrieb Brandenburg. Zudem werde die amerikanische Verwaltungsgebühr "unvermeidlich für heftige Kritik" vom Bundesrechnungshof und im Parlament sorgen. Die Mittel "müssen deshalb in Kabul an die deutsche Einsatzverwaltungsstelle Isaf überwiesen werden, um eine zügige Verwendung" für die Projekte zu sichern.

Die Demarche schließt mit einer Drohung: Jede weitere Verzögerung würde die Aussichten auf "deutsche Zuwendungen an den ANA-Stiftungsfonds" verschlechtern.

Der amerikanische Nato-Botschafter Daalder hatte für die Beschwerde des Deutschen offenbar Verständnis. Es gebe in Brandenburgs Darstellung zwar "Ungenauigkeiten". Es sei aber "wichtig, dass wir die politischen Bedenken, die in der Demarche zum Ausdruck kommen, ernst nehmen", heißt es in seiner Depesche nach Washington. So möge es gute Gründe für die 15 Prozent geben, aber: "Den Anschein, dass die USA von ihren Alliierten exzessive Gebühren für die Verwendung von Geldern verlangt, welche diese zuvor gespendet haben, würde man in einer parlamentarischen Debatte nur schwer wegdiskutieren können." Brandenburg habe "wahrscheinlich recht, wenn er sagt, das könne es schwieriger machen, andere Nationen zu Beiträgen für den Stiftungsfonds zu ermuntern".

Die Reaktion aus Washington auf den Brandenburg-Brief sei zwar von großem Verständnis für den Ärger der Deutschen geprägt gewesen, heißt es jetzt im Auswärtigen Amt. Allerdings hätten die Amerikaner inzwischen mitgeteilt, es gebe bei der Gebührenfrage nur begrenzten Spielraum: Die Verwaltung des Stiftungsfonds' erfolge nach amerikanischem Haushaltsrecht, sorry, da könne man wenig machen.

Zumindest ein Zeichen des guten Willens gab es: Die Amerikaner überwiesen drei Millionen Euro einfach wieder zurück an die Bundeswehr.

Wortlaut: Die Original-Depesche zum Thema
Klicken Sie auf die Überschriften, um den Text zu lesen...
3.2.2010, Vertretung bei der Nato: "german demarche on disbursement..."
Wichtige Hinweise zu den Depeschen...

<<247045>>
2/3/2010 15:56
10USNATO52
Mission USNATO
CONFIDENTIAL


VZCZCXRO5414 OO RUEHDBU RUEHPW RUEHSL DE RUEHNO #0052/01 0341556 ZNY CCCCC ZZH O 031556Z FEB 10 FM USMISSION USNATO TO RUEKJCS/SECDEF WASHINGTON DC IMMEDIATE RUEHC/SECSTATE WASHDC IMMEDIATE 3835 RUEKJCS/JOINT STAFF WASHDC IMMEDIATE RHEHNSC/WHITE HOUSE NSC WASHDC IMMEDIATE INFO RUCNAFG/AFGHANISTAN COLLECTIVE PRIORITY RUEHRL/AMEMBASSY BERLIN PRIORITY 0796 RUEHBUL/AMEMBASSY KABUL PRIORITY 1342 RUEAIIA/CIA WASHDC PRIORITY RHEFDIA/DIA WASHDC PRIORITY RHMFISS/HQ USEUCOM VAIHINGEN GE PRIORITY RHMFISS/HQ USCENTCOM MACDILL AFB FL PRIORITY RUEHNO/USDELMC BRUSSELS BE PRIORITY RHMFISS/USNMR SHAPE BE PRIORITY RUCNDT/USMISSION USUN NEW YORK PRIORITY 1139 TAGS: MOPS, MASS, MCAP, PREL, PGOV, NATO, AF, GM SUBJECT: RFG: GERMAN DEMARCHE ON DISBURSEMENT OF

C o n f i d e n t i a l section 01 of 03 usnato 000052

Sipdis

E.o. 12958: decl: 02/03/2020 Tags: mops, mass, mcap, prel, pgov, nato, af, gm Subject: rfg: german demarche on disbursement of contribution to ana trust fund

Classified By: A/PolAd A. "Hoot" Baez. Reasons: 1.4 (b) and (d).

1. (SBU) This is a request for guidance. Please see para 8.

2. (C) SUMMARY: On February 3, German PermRep Brandenburg demarched Ambassador Daalder regarding concerns Berlin has over the disbursement of 50 million Euros it donated in October 2009 to the Afghan National Army Trust Fund. He said that money for earmarked projects had not been disbursed, resulting in delayed projects. He also said that the U.S. Army Corps of Engineers was charging a 15 percent administrative fee. He said that German parliamentarians were beginning to ask questions about how this money has been handled, adding that this could make it difficult for Berlin to provide additional contributions in the future. Ambassador Daalder said that he believed there were some factual inaccuracies in the German demarche, but promised to forward it to Washington for a formal response. We request Washington guidance NLT Monday, February 8, on how to respond to Brandenburg. We ask that in drafting this guidance Washington take into consideration appropriate political factors, as well as technical budget and project management ones. END SUMMARY

Germany: Why Has Our Money Not Been Used on Our Projects? --------------------------------------------- ------------

2. (C/REL GERMANY) On February 3, German PermRep Brandenburg demarched Ambassador Daalder regarding 50 million euros that Berlin had donated to the Afghan National Army (ANA) Trust Fund in October 2009, handing over a non-paper reported in para 10 below. According to Brandenburg, this money had been earmarked for use in several specific projects -- the ANS Logistics School in Kabul, an engineering school in Mazar-e-Sharif, and an ANA Barracks in Feyzabad -- but so far no money had been disbursed for these projects. He argued, for example that construction of the logistics school had come to a halt.

And Why Are You Charging Us an Administrative Fee? --------------------------------------------- -----

3. (C/REL GERMANY) Brandenburg said that he had been instructed to raise this with us because of the unique role of the U.S., particularly the U.S. Army Corps of Engineers, in this process. He said that there was a particular concern in Berlin about a 15 percent administrative fee allegedly being charged by the U.S. Army Corps of Engineers. At the same time, he acknowledged that Berlin also had issues with how SHAPE and the NATO Office of Resources was handling the issue, adding that Germany would also be raising this issue with NATO officials.

Creates Problems for Future Donations to the ANA Trust Fund --------------------------------------------- --------------

4. (C/REL GERMANY) Brandenburg said that this was more than a technical budget and project management issue He said that several German parliamentarians were asking questions about these funds. He said that the German Government was in the process of preparing its 2010 budget and would like to be able to make an additional contribution to the ANA Trust Fund, but that parliamentary questions and concerns about how the initial 50 million euro contribution was being handled could make this increasingly difficult. He added that -- since this was becoming "the talk of the town" in Kabul -- it might also create difficulties in our ability to get other countries to contribute to the ANA Trust Fund.

5. (C/REL Germany) Brandenburg said that this demarche would be delivered in Washington, as well as other places. (Note: We understand it was also delivered to the Embassy Berlin.)

German FM to Raise with SecGen ------------------------------

6. (C/REL GERMANY) Brandenburg said that since this money came from the MFA, German FM Westerwelle had taken an interest in the issue and would likely raise this with NATO

Usnato 00000052 002 of 003

Secretary General Rasmussen when he sees him at the Munich Security Conference.

Daalder: Inaccuracies, but Will Seek Washington Guidance --------------------------------------------- -----------

7. (C/REL GERMANY) The Ambassador said that there appeared to be some factual inaccuracies in the German demarche, but promised to forward it to Washington with a request for a formal response.

Request for guidance --------------------

8. (C) RFG: We request Washington guidance NLT Monday, February 8, on how to respond to the German demarche.

9. (C/NF) COMMENT: As the Ambassador said to Brandenburg, there do seem to be some inaccuracies in the German demarche. At the same time, it is important we also recognize the serious political concerns the demarche raises. For example, while there may be good reasons for the 15 percent fee -- we understand it is a contingency fee not an administrative one -- the appearance that the U.S. is charging Allies an excessive fee for the use of monies they have donated to the ANA Trust Fund may be difficult to explain away during a parliamentary debate. Brandenburg is probably correct in arguing that issues such as this could make it more difficult to encourage nations to donate to the Trust Fund. Indeed, it took us months to even work out the agreements we needed to get the original German donation to the Trust Fund. We therefore urge Washington to look into this issue from a political, as well as technical/financial, dimension and with as much transparency as possible. END COMMENT

The Demarche Text -----------------

10. (C/REL Germany) The text of the German non-paper is reproduced in full below:

Begin text

3 February 2010

-- Refer to GER Agreement dated October 1st with NATO acting through its Office of Resources by which GER has committed to a voluntary contribution of Euros 50 mio to the ANA Trust Fund. Funds had been transferred to a SHAPE account in late October 2009.

-- Note the agreement that the GER contribution should be used exclusively for the aims set out in the ANA TF Project Document dated September 15th 2009, among them three prioritised projects mentioned in Annex 10 of the Project Document (1. ANS Logistic School Kabul, to the amount of Euro 2 mio in 2009; 2. Engineering School in Mazar-e-Sharif, to the amount of Euros 4 mio in 2009, 3. ANA Barracks in Feyzabad, to the amount of Euro 1 mio. in 2009). As of today, no project financing has occurred.

-- Note that, at variance with the GER/IS agreement and the overarching MoU between the US, NATO and SHAPE on the "Management and Administration of Trust Fund Donations for support and sustainment of the ANA", transfer of the German ANA TF contribution to an US treasury account (resulting in the prevalence of US procurement procedures, including assignment of the US Army Corps of Engineers and an administrative fee of 15 percent) would be made without due consideration of the German donation caveat, thereby hindering the early funding of the prioritised projects and thus the application of the German/IS Agreement.

-- Note that the issue has been raised already in the German Parliament leading to questions why the Federal Government had donated money without any tangible effect on the prioritised projects yet. Likewise, charging a 15 percent fee for managing and executing ANA TF, especially when

Usnato 00000052 003 of 003

applied to the funding of projects pursued by Germany, will inevitably attract heavy criticism by German audit bodies and parliamentary commissions.

-- Request partners, given construction delays that have already occurred and the urgency of respective funding requirements, to revert to the letter and spirit of the GER/IS Agreement and make sure that funds earmarked for the prioritised projects totalling Euro 7 mio will be transferred without any further delay. As laid down in the GER/IS agreement the earmarked funds (with regard to the prioritised projects to the amount of Euro 7 mio, in particular with regard to the ANA Logistic School, Kabul, to the amount of Euro 2 mio., as the financially most pressing case, since construction is already under way) need to be re-allocated at the Kabul level to the GER Einsatzverwaltungsstelle ISAF in order to allow for a swift implementation of the prioritised projects.

-- Urge partners to expedite the execution of funds donated by GER to the ANA TF aside from the prioritised projects and submit proofs of employment of funds in accordance with the US/NATO/SHAPE MoU as soon as possible.

-- Express concern about the fact that any further delay in allocating funds to the prioritised GER projects and executing the remainder of funds donated by GER must substantially impair prospects for any further German contributions to the ANA TF.

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Forum - Beschädigen die Wikileaks-Dokumente das Verhältnis zwischen den USA und ihren Bündnispartnern?
insgesamt 5856 Beiträge
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1.
Waiguoren 28.11.2010
"Merkel ist methodisch, rational und pragmatisch." Angie kommt doch gar nicht so schlecht weg.
2. Einstein
Liberalitärer, 28.11.2010
Zitat von sysopWie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.
Nein, das sind Einschätzungen und Kritik im Falle D schadet nicht. Niemand hier wird wohl G.W. Bush (den ich für ehrenwert halte) mit Einstein verwechseln.
3.
werner thurner, 28.11.2010
Zitat von sysopWie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.
Dann erfahren wir endlich mal die Wahrheit über die offizielle Denke in den USA. Die Wahrheit , oder annähernd die Wahrheit kann niemals irgendwas beschädigen. Das Verhätnis der USA zu den Verbündeten ist ja bereits durch die Bush Kriegspolitik und das Mitläufertum beschädigt, genauso wie die hierzu mißbrauchte NATO (Bündnsifall bis heute).
4. Nicht schlecht
Smartpatrol 28.11.2010
"Amerikas Botschafter können gnadenlos in der Beurteilung der Länder sein, in denen sie akkreditiert sind." Was man ihnen kaum vorhalten kann. Die Bewertung Westerwelles ist beispielsweise nichts als eine realistische, nüchterne Einschätzung. Keine der genannten Veröffentlichungen macht mir die USA unsympathischer, ganz im Gegenteil.
5. Nein.
ramuz 28.11.2010
Geht man von dem momentanen Level an Vertrauen, Ansehen, Kooperationswillen aus, das/den Akteure anderer Staaten den US entgegenbringen, kann es nicht beschädigt werden aus Sicht der anderen. Wenn die Akteure der US halbwegs intelligent sind, so wissen sie das auch. Theaterdonner halt...
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Stellungnahme des Weißen Hauses
Wir erwarten die Veröffentlichung von angeblich mehreren hunderttausend geheimen Depeschen des Außenministeriums am Sonntagabend, in denen detailliert vertrauliche diplomatische Unterredungen mit anderen Regierungen thematisiert werden.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Lageberichte für Washington sehr offen formuliert sind und oft unvollständige Informationen enthalten. Die Berichte repräsentieren weder die US-Politik als solche, noch haben sie zwangsläufig Einfluss auf politische Entscheidungen. Dennoch könnten diese Depeschen vertrauliche Verhandlungen mit anderen Regierungen und Oppositionsführern beeinträchtigen. Und wenn der Inhalt solcher vertraulicher Unterredungen auf den Titelseiten der Zeitungen auf der ganzen Welt erscheint, könnte das nicht nur Interessen der US-Außenpolitik schwer beschädigen, sondern auch diejenigen unserer Verbündeten und Freunde.

Um es ganz klar zu sagen: Solche Enthüllungen gefährden unsere Diplomaten, Geheimdienstmitarbeiter und Menschen auf der ganzen Welt, die sich hilfesuchend an die USA wenden mit ihrem Anliegen, Demokratie und transparente Politik zu erreichen. Diese Dokumente könnten auch die Namen von Personen enthalten, die oftmals in Ländern leben und arbeiten, in denen Unterdrückungsregime an der Macht sind, und die versuchen, offene und freie Gesellschaften zu schaffen. Präsident Obama unterstützt verantwortliches, verlässliches und offenes Regierungshandeln daheim und überall auf der Welt, aber diese unverantwortliche und gefährliche Aktion läuft dem zuwider.

Mit der Veröffentlichung gestohlener und geheimer Dokumente hat WikiLeaks nicht nur die Sache der Menschenrechte in Gefahr gebracht, sondern auch das Leben und die Arbeit derer, die sich ihr verschrieben haben. Wir verurteilen die Enthüllung der geheimen Dokumente und sensibler Informationen der nationalen Sicherheit aufs Schärfste.

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