Kabul - Drei Mädchen, zwei Jungen und eine Frau sind bei einem Luftangriff der Isaf in der Provinz Helmand im Süden von Afghanistan ums Leben gekommen. Die Schutztruppe habe Aufständische angegriffen, teilte die Provinzregierung mit. Die Extremisten hätten bereits am Freitag im Distrikt Sangin ausländische und einheimische Sicherheitskräfte angegriffen. Bei dem Angriff der Isaf sei versehentlich auch ein Wohnhaus getroffen worden, in dem sechs Angehörige einer Familie ums Leben gekommen seien.
Bei einem Sprengstoffanschlag in Ostafghanistan wurden am Montag drei Isaf-Soldaten getötet. Die Nato-geführte Schutztruppe machte wie üblich keine Angaben zur Nationalität der Opfer oder zum genauen Ort des Anschlags. Nach Angaben des unabhängigen Internetportals icasualties.org kostete der Afghanistan-Einsatz in diesem Jahr bislang knapp 150 ausländischen Soldaten das Leben. Die meisten Opfer waren Amerikaner, die auch die meisten Truppen stellen.
USA ließen Spitzen-Aufständische frei
Die "Washington Post" berichtet unterdessen, dass die USA in Afghanistan jahrelang hochrangige Aufständische freiließen, um die Gewalt im Land einzudämmen. Es seien bis zu 20 Häftlinge aus dem US-Armeegefängnis Parwan nahe dem Luftwaffenstützpunkt Bagram entlassen worden, bestätigte die US-Botschaft in Kabul am Montag den Zeitungsbericht. Die Haftanstalt ist wegen angeblicher Misshandlungen heftig umstritten.
Die aus dem Gefängnis entlassenen Häftlinge mussten demnach im Gegenzug für ihre Freilassung zusagen, der Gewalt abzuschwören. "Alle sind sich darüber einig, dass es sich um gefährliche Menschen handelt, aber der Nutzen ist größer als die Risiken", zitierte die Zeitung einen Informanten. Demnach musste jede Freilassung von der Spitze des US-Militärs in Afghanistan abgesegnet werden.
Dem Bericht zufolge wurden stets zunächst Gespräche mit Stammesältesten oder Anführern von Aufständischen über die Freilassung bestimmter Gefangener geführt. Sie mussten versprechen, gegen Gewalt in ihren Bereichen vorzugehen. "Wir haben Häftlinge ausgewählt, die Einfluss auf andere Aufständische hatten und deren Freilassung einen beruhigenden Effekt auf eine gesamte Region haben könnte", sagte ein US-Beamter der Zeitung.
Ein Sprecher der US-Botschaft in Kabul sagte, die Freilassungen seien "im Rahmen eines zwei Jahre alten, selten genutzten Programms" erfolgt. Vor jeder Entscheidung sei geprüft worden, ob von den Freigelassenen weitere Gefahr ausgehe. In dem rund 60 Kilometer nördlich der afghanischen Hauptstadt Kabul gelegenen umstrittenen Parwan-Gefängnis hält die US-Armee Aufständische fest, die bei Militäreinsätzen ergriffen wurden.
als/dpa/AFP
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