Afghanistan Geheimdienst vereitelt Attentat auf Präsident Karzai

Der afghanische Präsident ist offenbar nur knapp einem Anschlag entkommen. Der Geheimdienst des Landes hat sechs Personen festgenommen, die an dem Mordkomplott gegen Hamid Karzai beteiligt gewesen sein sollen - darunter einen seiner Leibwächter. 

Präsident Hamid Karzai: Leibwächter als Attentäter
DPA

Präsident Hamid Karzai: Leibwächter als Attentäter


Kabul - Der Geheimdienst Afghanistans hat offenbar Pläne zur Ermordung von Präsident Hamid Karzai durchkreuzt. Sechs Verdächtige seien verhaftet worden, die "mit einem Komplott zur Ermordung des Präsidenten in Verbindung stehen", teilte der Sprecher des Innenministeriums, Siddik Siddiki, am Mittwoch in Kabul mit. Darunter war nach Angaben des Geheimdienstes auch einer der Leibwächter des Präsidenten sowie drei Studenten und ein Professor.

Die Festgenommenen hätten Verbindungen zum extremistischen Hakkani-Netzwerk und zu al-Qaida gehabt, heißt es vom Geheimdienst. Der Leibwächter sei angestiftet worden, Karzai bei einem seiner Besuche außerhalb der Hauptstadt Kabul zu töten. Das Hakkani-Netzwerk ist in Pakistan und Afghanistan aktiv. Die USA machen dessen Mitglieder für den Anschlag auf die US-Botschaft in Kabul im September verantwortlich.

In den vergangenen Monaten waren mehrere Vertraute Karzais ermordet worden, zuletzt am 20. September der frühere afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani, der mit den radikalislamischen Taliban Friedensverhandlungen führte.

Mitte Juli war Karzais Halbbruder Ahmed Wali Karzai getötet worden, wenige Tage später der Präsidentenberater und Ex-Gouverneur von Urusgan, Dschan Mohammed Chan. Ende Juli wurde der Bürgermeister des südafghanischen Kandahar, Ghulam Haidar Hameedi, getötet, ein weiterer enger Vertrauter des afghanischen Präsidenten.

aar/Reuters/AP/dpa/AFP

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