Nach schweren Kämpfen Hunderte Schulen in afghanischer Provinz geschlossen

140.000 Schüler sind betroffen: Wegen Sicherheitsbedenken findet in 411 Schulen in der afghanischen Provinz Farah vorerst kein Unterricht statt. Dort hatte es zuletzt Gefechte mit den Taliban gegeben.

Schule in Afghanistan (Archivbild)
AP

Schule in Afghanistan (Archivbild)


Die afghanische Regierung hat nach schweren Kämpfen in der westafghanischen Provinz Farah Hunderte Schulen geschlossen. Dies sei zum Schutz von Schülern und Lehrern erfolgt, sagte ein Sprecher des Bildungsministerium. 411 Bildungsstätten, unter anderem 397 Grundschulen und 32 weiterführende Schulen seien betroffen.

Damit hätten derzeit 140.000 Schüler keinen Zugang zu Bildung. Die Schulen sollen erst einmal bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan Mitte Juni geschlossen bleiben. Landesweit waren nach Angaben des Bildungsministeriums in Kabul schon zuvor mehr als 1000 Schulen wegen des Krieges mit den radikalislamischen Taliban geschlossen.

Jüngst hatten die Taliban es in fast 24-stündigen Gefechten geschafft, in die Provinzhauptstadt von Farah einzudringen und Regierungsgebäude im Zentrum zu erobern. Rund 35 Sicherheitskräfte, vier Zivilisten und rund 300 Taliban sollen dabei ums Leben gekommen sein. Seitdem gab es weitere Angriffe.

Es war nach dem Fall der nordafghanischen Stadt Kundus im Herbst 2015 erst das zweite Mal, dass den Taliban die - wenn auch kurzzeitige - Eroberung einer Provinzhauptstadt gelungen war.

Seit dem Ende der Nato-Kampfmission im Dezember 2014 sind sie rasant stärker geworden und kontrollieren nach Militärangaben heute mindestens 14,3 Prozent des Landes. 30 Prozent sollen umkämpft sein.

mho/dpa



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