Afghanistan IS-Anführer bei Luftangriff getötet

Er starb zusammen mit zehn Anhängern: Der Anführer des IS in Afghanistan ist laut Geheimdienst in einer Serie von Luftangriffen ums Leben gekommen. Die Terrormiliz weitet derweil ihre Anschläge in dem Land aus.

Afghanische Sicherheitskraft
AP

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Saad Arhabi war bereits der vierte Anführer des IS in Afghanistan seit 2015 - jetzt ist der Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in dem Land am Hindukusch in einer Serie von Luftangriffen getötet worden. Das gab der afghanische Geheimdienst NDS bekannt.

In einer per Whatsapp verbreiteten Stellungnahme hieß es, Saad Arhabi sei am späten Samstagabend zusammen mit zehn Anhängern im Bezirk Chogiani der ostafghanischen Provinz Nangarhar getötet worden. Außerdem seien zwei Camps des IS und eine große Menge Waffen und Munition zerstört worden. Der Stellungnahme ließ sich nicht entnehmen, ob die Luftangriffe von der US-amerikanischen oder der afghanischen Luftwaffe geflogen wurden.

Arhabis drei Vorgänger waren ebenfalls durch Luftangriffe getötet worden. Zuletzt hatte das US-Militär im Juli 2017 den damaligen IS-Chef Abu Sajed in der Provinz Kunar getötet.

Laut eines aktuellen Uno-Berichts halten sich im Irak und in Syrien trotz der militärischen Rückschläge noch 20.000 bis 30.000 Kämpfer der Terrormiliz auf; in Afghanistan soll der IS nie mehr als 3000 Kämpfer gehabt haben. Lange Zeit war er nur in den beiden ostafghanischen Provinzen Nangarhar und Kunar präsent. Er weitet aber in den vergangenen Monaten vor allem seine Anschläge in urbanen Zentren stark aus, Uno-Experten schätzen, dass die Zahl der Kämpfer in dem Land ansteigt. Amerikanische und afghanische Streitkräfte fliegen seit Monaten schwere Luftangriffe auf IS-Stellungen.

eth/dpa



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