Hafes Said US-Drohne tötet IS-Anführer in Afghanistan

Im Kampf gegen den "Islamischen Staat" richten die USA ihr Augenmerk verstärkt auf Afghanistan und Pakistan. Der örtliche IS-Anführer ist nun von einer US-Drohne getötet worden.


Bei einem Drohnenangriff des amerikanischen Militärs ist der Anführer des "Islamischen Staates" (IS) in Afghanistan und Pakistan, Hafes Said, am Freitag getötet worden. Nach Angaben des afghanischen Geheimdienstes NDS starb der IS-Regionalführer, als er an einem Treffen mit Anhängern der Terrororganisation in der östlichen afghanischen Provinz Nangarhar teilnahm. Weitere 30 Extremisten seien dabei ums Leben gekommen.

Zwei zum IS gehörende Kommandeure bestätigten die Meldung. Demnach wurde Saids Leiche kurz darauf an einem "geheimen Ort" beerdigt. Ein Sprecher des US-Militärs in Afghanistan bestätigte lediglich einen "Präzisionsschlag", wollte aber keine Details nennen.

Hafes Said war im Januar zum Anführer des "Islamischen Staates" in der "Provinz Khorasan" ernannt worden - ein Gebiet, das neben Afghanistan und Pakistan Teile weiterer Nachbarländer umfasst. Der IS erfuhr in der Region zuletzt Zulauf vonseiten pakistanischer und afghanischer Taliban. Sie lehnen die jüngsten Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban ab.

In der Provinz Nangarhar, Schauplatz des jüngsten Drohnenangriffs, kommt es seit Monaten immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den rivalisierenden Extremistengruppen "Islamischer Staat" und Taliban. Die Taliban warnten vor kurzem IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi, den Einfluss seiner Gruppe nach Syrien und dem Irak nun auch auf Afghanistan zu erstrecken.

Mitte Juni hatte das amerikanische Verteidigungsministerium einen Bericht veröffentlicht, wonach der IS seine Aktivitäten in Afghanistan ausweiten will: mehr Präsenz, Kooperation mit den radikalislamischen Taliban und anderen Aufständischen im Land. Der Tod seines örtlichen Anführers dürfte dem IS einen schweren Schlag versetzen.

mja/AFP



insgesamt 49 Beiträge
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MikeRubato 11.07.2015
1. Hoffentlich waren keine unbeteiligten Zivilisten unter den Opfern !
Ansonsten: hoffentlich ist das auch das richtige Vorgehen ! Ich jedenfalls weiß ds nicht und bin froh, dass ich nicht solche Entscheidungen fällen muss. Daher fällt es mir auch nicht leicht, die Verantwortlichen zu kritisiere oder zu loben. Wissen andere Foristen da besser Bescheid, hnd woher genau ?
laubfrosch69 11.07.2015
2. Wieso?
Wieso bekommt es die NATO eigentlich nicht hin, den IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi selbst mit einer Drohne zu erledigen?
Zaphod 11.07.2015
3. Immer nur töten!
Vollkommen unklar ist weiterhin, mit welchem Recht die Amerikaner in fremden Ländern Menschen ohne Gerichtsverfahren einfach hinrichten dürfen. Haben alle Opfer tatsächlich den Tod verdient? Oder vielleicht gar keines? In was für einer Welt leben wir, in der es üblich geworden ist, dass Menschen einfach so überraschend getötet werden dürfen, ohne dass es irgendwelche überprüfbaren Kontrollen und Entscheidungen gibt? Wo bleibt der Aufschrei gegen dieses Verhalten? Und nun komme keiner, dass die Terroristen ja auch Menschen töten. Immerhin sind es Terroristen. Für Staaten mit rechtstaatlichen Grundsätzen sollten andere Prinzipien gelten als für Terroristen!
frank57 11.07.2015
4. Und das
ist alles von einem UN - Mandat gedeckt? Der IS muss bekämpft werden....aber wo bleibt hier das Völkerrecht...wo die Wahrung der Integrität der Pakistanischen Grenzen?
Tr1umph 11.07.2015
5. Terror mit Terror bekämpfen
Feurer mit Feuer zu bekämpfen funktioniert nur, wenn man genau weiß was man macht. Wenn man es falsch macht, dann hat man nachher nur ein viel größeres Feuer. Hoffentlich wissen die Amis was Sie da machen...
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