Bürgerkrieg in Afghanistan Tote bei Bombenanschlag in Kandahar

Im Süden Afghanistans sind bei einem Attentat mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Sicherheitskräfte sollen noch versucht haben, den Sprengstoff in einem Kleintransporter zu entschärfen.

Sicherheitskraft am Anschlagsort
MUHAMMAD SADIQ/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Sicherheitskraft am Anschlagsort


Bei einem Bombenanschlag in Afghanistan sind offiziellen Angaben zufolge 16 Menschen getötet worden. Durch die Detonation eines Kleinbusses in Kandahar seien zudem 38 Personen verletzt worden. Unter den Opfern sind den Angaben zufolge auch mehrere Kinder.

Zu dem Anschlag bekannt hat sich bislang niemand. Am Montag hatten islamistische Taliban jedoch mit weiteren Anschlägen in Kabul gedroht. Die Organisation kündigte Angriffe auf "Militär- und Geheimdienstzentren" in der afghanischen Hauptstadt an.

Beim aktuellen Anschlag in Kandahar war der mit Strengstoff beladene Bus laut Geheimdienst NDS auf dem Hof einer Werkstatt von Mechanikern entdeckt worden. Er sei explodiert, bevor der Sprengsatz entschärft werden konnte.

100.000 Kriegsflüchtlinge seit Jahresbeginn

Seit Anfang des Jahres sind zahlreiche Bombenangriffe in Afghanistan verübt worden. Die Taliban begannen Ende April mit ihrer Frühjahrsoffensive. Seit dem Ende des offiziellen Nato-Kampfeinsatzes Ende 2014 sind sie wieder stärker geworden. Sie kontrollieren nach Militärangaben heute wieder mehr als 14 Prozent des Landes. Weitere 30 Prozent sind demnach umkämpft. Nach einem umfassenden Friedensangebot von Präsident Ashraf Ghani im Februar hatten sie ihre Angriffe intensiviert.

In der Ost-Provinz Gasni wurden bei Angriffen auf drei Bezirkszentren aktuell mindestens zwölf Sicherheitskräfte getötet. Die Kämpfe dauerten an, sagte ein Gouverneurssprecher. Provinzbeamte wiesen Berichte zurück, wonach die Taliban zwei Bezirke eingenommen hätten.

Gasni gehört zu den derzeit am heftigsten umkämpften afghanischen Provinzen. Wie die Uno-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) meldete, waren dort allein vergangene Woche 10.000 Menschen vor Gefechten aus ihren Dörfern geflohen. Landesweit registrierten die Vereinten Nationen seit Januar rund 108.000 Kriegsvertriebene.

apr/Reuters/dpa/AFP



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