Afghanistan Karzai fordert weniger US-Luftangriffe

Afghanistans Präsident Hamid Karzai hat an die USA appelliert, ihre Luftangriffe in seinem Land zu verringern. Es seien schon zu viele unschuldige Zivilisten dabei ums Leben gekommen.


New York – Karzai wies darauf hin, es gebe "Alternativen" zu den Luftangriffen der USA. "Die afghanische Bevölkerung versteht, dass Fehler gemacht werden", betonte der Präsident. Die USA und die Koalitionstruppen töteten Zivilisten nicht "vorsätzlich". Die USA seien im Lande um den Afghanen zu helfen. Seine Landsleute könnten aber nicht begreifen, warum immer noch Luftangriffe geflogen werden müssten. Karzai sagte in dem Interview mit dem US-Sender CBS, er habe diese Bitte bereits gegenüber US-Präsident George W. Bush geäußert. Das Interview soll am kommenden Sonntag ausgestrahlt werden.

Karzai steht wegen der hohen Zahl getöteter Zivilisten im eigenen Land unter Druck. Er warnte bereits, dass seine Regierung dadurch geschwächt werde.

Mehr als 370 Zivilisten kamen nach Schätzungen der afghanischen Behörden bei Nato-Einsätzen gegen Aufständische in diesem Jahr bislang ums Leben. Die Nato zweifelt diese Zahl an, räumt aber ein, dass einige Zivilisten getötet wurden - zumeist dann, wenn sich Taliban-Kämpfer in Häusern von Zivilisten verschanzten und vor dort aus angriffen.

Ein Sprecher der Koalitionstruppen in Afghanistan sagte dem Sender, häufig würde in letzter Minute auf geplante Luftangriffe verzichtet, weil Zivilisten in Gefahr geraten könnten. Luftangriffen gehe eine genaue Prüfung voraus, betonte Oberst Gary Crowder, der stellvertretender Chef des Kommandozentrums für Luftangriffe in der Region ist.

als/dpa/Reuters



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