Afghanistan Karzai kündigt Rückzug für 2014 an

Hamid Karzai regiert seit elf Jahren in Afghanistan, es gibt immer wieder Betrufsvorwürfe gegen den Präsidenten. Doch ein dritten Mal will er nicht kandidieren, kündigte er jetzt an. 2014 wolle er abtreten.

Karzai: 2014 in den Ruhestand
AP/dpa

Karzai: 2014 in den Ruhestand


Neu Delhi/Kabul - Hamid Karzai verzichtet auf eine dritte Kandidatur als Präsident von Afghanistan. "Ich bin erschöpft", sagte er am Mittwoch in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. "Ich möchte in Rente gehen."

Karzai regiert seit Ende 2001. Mit einer dritten Amtszeit würde er auch sein "politisches Vermächtnis zunichtemachen", erklärte der Präsident. Unter keinen Umständen werde er länger an der Macht bleiben.

Karzai widersprach damit erneut Spekulationen, er könnte entgegen der Verfassung eine dritte Amtszeit anstreben. Die Verfassung erlaubt nur zwei Amtsperioden. Karzai war 2009 zum zweiten Mal als Präsident bestätigt worden. Die Wahl war allerdings von Betrug überschattet und international kritisiert worden.

Die nächste Präsidentschaftswahl ist für den 5. April kommenden Jahres geplant. Ende 2014 läuft dann der Einsatz der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf aus. Er erwarte nicht, dass sein Land nach 2014 den Weg des Iraks einschlagen werde, sagte Karzai. Konflikte in Afghanistan seien nie zwischen Schiiten und Sunniten ausgetragen worden. "Aber wir befürchten die Fortsetzung des Terrorismus, der uns jetzt seit Jahren betrifft."

Auf die Frage, ob er wisse, wo Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar und Qaida-Anführer Aiman al-Sawahiri sich aufhielten, sagte Karzai: "Wir alle wissen, wo sie sind." Weitergehende Aussagen wollte er nicht treffen. Der Präsident wirft Pakistan regelmäßig vor, Extremisten Unterschlupf zu gewähren. "Wir haben Kontakte zu den Taliban", sagte Karzai zu Verhandlungen mit den Radikalislamisten. Ein echter Friedensprozess könne allerdings nur mit Unterstützung Pakistans in Gang kommen.

als/dpa



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si tacuisses 22.05.2013
1. Abtreten ?
Zitat von sysopAP/dpaHamid Karzai regiert seit elf Jahren in Afghanistan, es gibt immer wieder Betrufsvorwürfe gegen den Präsidenten. Doch ein dritten Mal will er nicht kandidieren, kündigte er jetzt an. 2014 wolle er abtreten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-karzai-kuendigt-rueckzug-an-a-901214.html
Ihm bleiben 2 Möglichkeiten: 1. Er bleibt in Afgh. und fährt in Windeseile zu den 70 Jungfrauen auf. 2. Er rafft das gestohlene Vermögen zusammen (so er es nicht längst im "befreundeten" Ausland hat) und taucht irgendwann in Florida an den goldenen Rentnergestaden urplötzlich wieder auf. Tippe auf 2. Version. Was will der Alte noch mit 70 Jungfrauen ?
SpieFo 22.05.2013
2. 2014 wolle er abtreten...
Wer im Westen ihm wohl "politisches Asyl" gewähren wird? Mit seinen Millionen aus den Geldkoffern der CIA und andere Quellen läßt es sich an einem sicheren Ort doch trefflich leben. In einem moslemischen Land? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Ob er sich in Afghanistan "umdrehen" und den Taliban zuwenden wird aber auch nicht. Und Deutschland läßt seine afghanischen Helfer schmählich im Stich! Erbärmlich, dieser "Anstand" unserer Regierung.
korpulenterlangweiler 22.05.2013
3. Unwürdig!
Bereits in den einleitenden und fettgedruckten Sätzen enthält der Artikel zwei markante Rechtschreibfehler. Damit ich überhaupt noch Lust bekomme diesen Artikel zu lesen, bitte ich die Fehler zu korrigieren! Vielen Dank ein leidenschaftlicher Spiegelleser...
illusions_can_kill! 22.05.2013
4. War ja klar...
.."die Ratten verlassen das sinkende Schiff". Fragt sich nur wie man, angesichts eines fliehenden Staatsprässidenten, noch irgendjemandem Hoffnung vermitteln will? - Ein Armutszeugnis...
lupenrein 22.05.2013
5. ...................
Karzai hat sicherlich jeden Grund, sich so schnell wie möglich vom Acker zu machen. Wohin ist bleibt zunächst wohl sein Geheimnis. Für die meisten Afghanen ist er nicht mehr und nicht weniger als ein korrupter Landesverräter, der es angesichts des bevorstehenden Abzugs der US-Truppen mit der Angst zu tun kriegt. Die verbleibenden deutschen Truppen können ihn wohl kaum beschützen, sind sie doch mit ihrer eigenen Sicherheit mehr als beschäftigt. Überhaupt nicht zu verstehen ist, dass die BRD-Regierung sich verpflichtet hat auf in Zukunft jährlich mehr als 400 Millionen Euro in diese Schlangengrube zu werfen.
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