Afghanistan Karzai will mit Taliban verhandeln

Afghanistans Präsident Hamid Karzai will trotz eines neuen verheerenden Anschlags seinen Friedenskurs fortsetzen. Er bekräftigte heute seine Bereitschaft zu einem Gespräch mit Taliban-Führer Mullah Omar.


Kabul - Karzai stellte den radikalislamischen Extremisten Posten in der Regierung in Aussicht, um ihren Aufstand zu beenden. Auch mit Milizführer Gulbuddin Hekmatjar wolle er sprechen, sagte der Präsident: "Wenn ich ihre Adresse habe, brauchen sie nicht zu mir kommen, ich werde persönlich dorthin gehen und mich bei ihnen melden", erklärte Karzai.

Regierungschef Karzai: Persönliche Gespräche angeboten
AFP

Regierungschef Karzai: Persönliche Gespräche angeboten

Der Präsident hat die Taliban in den vergangenen Wochen wiederholt zu Verhandlungen aufgefordert. "Warum zerstören Sie das Land", fragte er an die Adresse Omars und Hekmatjars. In den vergangenen Wochen hatte es nach Informationen mehrerer Zeitungen auch bereits geheime Gespräche zwischen Vertretern der afghanischen Regierung und den Extremisten gegeben. Danach sind die Taliban bereit, auf den Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan zu verzichten und in offizielle Verhandlungen einzutreten. Einzige Bedingung: Sie wollen von der Terror-Liste der Uno gestrichen werden.

Der heutige Anschlag in Kabul dürfte den Bestrebungen für eine Einigung allerdings einen Dämpfer versetzen. Bei einem der blutigsten Anschläge seit dem Sturz der Taliban hatte ein Selbstmordattentäter zuvor 30 Menschen mit in den Tod gerissen, 30 weitere wurden verletzt. Zu der Bluttat in der Hauptstadt Kabul bekannten sich die Taliban.

mik/AP

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