Afghanistan Mehr als 30 Tote bei Angriff auf Militärkrankenhaus

Bei einem IS-Angriff auf ein Militärhospital in Kabul sind deutlich mehr Menschen getötet worden als zunächst angenommen. Dutzende weitere wurden verletzt.

Sicherheitskräfte in Kabul
DPA

Sicherheitskräfte in Kabul


Bei dem Angriff auf ein Militärkrankenhaus in Kabul sind mehr als 30 Menschen getötet worden. Etwa 50 weitere wurden nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums verletzt, als Angreifer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) das größte Militärkrankenhaus der afghanischen Hauptstadt stürmten. Die meisten Opfer seien Patienten, Ärzte und Pfleger, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der Angriff hatte um kurz nach neun Uhr am Morgen begonnen. Nach einem siebenstündigen Einsatz afghanischer Sicherheitskräfte wurde er beendet. Laut einem Sprecher des Innenministeriums sind alle Angreifer tot.

Ein IS-Kämpfer hatten sich am Eingang der Klinik in die Luft gesprengt, die anderen verschanzten sich auf mehreren Stockwerken, schossen um sich und warfen Handgranaten. Patienten, Besucher und Personal hatten die Sicherheitskräfte erst am frühen Nachmittag aus dem umkämpften Gebäude schaffen können.

Der IS hatte in einer Stellungnahme via seines Sprachrohrs Amak angegeben, mindestens 100 Menschen getötet zu haben.

Es ist der vierte große Angriff in Kabul seit Jahresbeginn. Erst am 1. März hatten radikalislamische Taliban bei Anschlägen auf eine Polizeistation und ein Geheimdienstbüro 23 Menschen getötet und mindestens 107 verletzt. Bei einem Angriff des IS auf ein Gericht wurden im Februar mindestens 22 Menschen getötet und mindestens 41 weitere verletzt. Im Januar starben bei einem Talibanangriff auf das Parlament 37 Menschen. Um die 100 wurden verletzt.

asa/dpa/AFP



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