Gewalt in Afghanistan Tote bei Explosionen in Kabul

Bei zwei Terroranschlägen in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mehrere Menschen getötet worden.

Sicherheitskraft in Kabul im März
DPA

Sicherheitskraft in Kabul im März


Laut Berichten mehrerer Nachrichtenagenturen sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul mehrere Menschen bei zwei Terroranschlägen umgekommen. Einem Polizeisprecher zufolge soll ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad eine der Explosionen verursacht haben. Die zweite Bombe detonierte kurz darauf im selben Stadtteil.

Bei den Anschlägen kamen mindestens 25 Menschen ums Leben, darunter auch mindestens acht Journalisten. Sie waren auf dem Weg zum Anschlagsort, als die zweite Bombe detonierte. Unter den Toten ist der Chef-Fotograf der Nachrichtenagentur AFP, Schah Marai. Er sei bei der zweiten Explosion tödlich verletzt worden, teilte die Agentur mit.

Die AFP postete auf Twitter ein Bild des verstorbenen Fotografen:

Einer der Getöteten arbeitete für die britische BBC. Der Sender in London gab am Nachmittag den Tod seines lokalen Mitarbeiters Ahmad Shah bekannt.

Die Opfer seien Zivilisten, berichteten Medien unter Berufung auf Sicherheitskräfte. Beide Bomben detonierten demnach im Viertel Schaschdarak. Die erste in der Nähe des Geheimdienstes NDS, die zweite am Sitz des Ministeriums für städtische Entwicklung.

Zur Anzahl der getöteten Journalisten gibt es unterschiedliche Angaben, das afghanische Gesundheitsministerium sprach bereits von sieben toten Journalisten. Der Selbstmordattentäter des zweiten Anschlags hatte sich laut Berichten als Journalist ausgegeben und eine Kamera getragen. Die Bombe explodierte, als Helfer sich um die Verletzten des ersten Anschlags kümmerten.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Anschlag laut der Nachrichtenagentur dpa für sich. Bei den Attentaten handelt es sich bereits um den achten größeren Anschlag in Kabul seit Jahresanfang. In den ersten vier Monaten des Jahres wurden in der afghanischen Hauptstadt Hunderte Menschen getötet und verletzt.

In Afghanistan ist der IS aktiv. Außerdem bekämpft die radikalislamische Taliban die afghanische Zentralregierung. Die Terrororganisationen verüben immer wieder schwere Attentate. Im vergangenen Jahr wurden bei islamistischen Anschlägen mehr als 500 Menschen getötet.

Die USA verurteilten den Doppelanschlag in der afghanischen Hauptstadt aufs Schärfste und sprachen den Angehörigen, Freunden und Kollegen der Opfer ihr Mitgefühl aus. In einer Mitteilung auf der Internetseite der Botschaft würdigte die US-Regierung vor allem die "tapferen Journalisten", die bei ihrer Arbeit ums Leben kamen. "Wo die Medien in Gefahr sind, sind alle anderen Menschenrechte umso mehr bedroht", hieß es.

höh/AFP/AP/Reuters/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.