Afghanistan Taliban greifen Polizeistation an - mindestens fünf Tote

Im Südosten Afghanistans sind mindestens fünf Polizisten bei einem Taliban-Überfall getötet worden. Ein Angreifer sprengte sich am Eingangstor der Station selbst in die Luft.

Polizeistation in Gardez
AFP

Polizeistation in Gardez


Um 6.30 Uhr am Sonntagmorgen begann der Angriff auf die Polizeistation in Gardez im Südosten Afghanistans: Ein Mann sprengte sich am Eingangstor mit seinem Fahrzeug in die Luft. Wie der Sprecher des Provinzgouverneurs, Abdullah Hasrat, der Deutschen Presse-Agentur sagte, seien nach der Explosion mehrere Bewaffnete in die Station eingedrungen und hätten sich eine Schießerei mit den Polizisten geliefert.

Dabei seien mindestens fünf Polizisten getötet und acht Menschen verletzt worden. Der örtliche Polizeisprecher Sardar Wali Tabassoom sprach jedoch von zwei Selbstmordattentätern. Insgesamt seien fünf Angreifer getötet worden. Einer oder zwei Taliban leisteten noch Widerstand. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass 30 Menschen bei dem Angriff verwundet worden seien. Laut Ärzten im Stadtkrankenhaus seien darunter 20 Zivilisten.

Am Samstag waren bei einer sogenannten Insider-Attacke eines afghanischen Soldaten sieben US-Soldaten verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich im Lager Shaheen bei Masar-i-Scharif im Norden des Landes, wie die US-geführten Nato-Truppen in Afghanistanauf Twitter mitteilten. "Sieben Soldaten verletzt, zur Behandlung evakuiert", hieß es in der Twitter-Botschaft. Ein afghanischer Soldat sei niedergeschossen, ein zweiter verletzt worden.

Die Taliban kämpfen in Afghanistan für einen allein auf islamischem Recht, der Scharia, basierenden Gottesstaat. Sie verüben immer wieder Anschläge, bei denen oft auch viele Zivilisten sterben.

abl/dpa/Reuters

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