Zivilisten und Sicherheitskräfte Viele Tote bei Gefechten in Afghanistan

Binnen 48 Stunden sind mindestens 20 Menschen bei Angriffen und einer Explosion in Afghanistan ums Leben gekommen. Bei einer Familie detonierte Sprengstoff, den sie im Haus gebunkert hatte.


In der westlichen Provinz Herat ist es in der Nacht zu Donnerstag zu einem tragischen Unfall gekommen. Fünf Menschen starben, darunter Kinder und Frauen, als in einem Privathaus im Schindand-Bezirk eine Bombe explodierte. Schindand ist eine Hochburg der radikalislamischen Taliban. Der Sprecher des Gouverneurs, Dschalil Jailani Farhad, sagte, die Familie habe Sprengstoff im Haus gehabt, weil Verwandte mit den Aufständischen kooperierten.

Insgesamt sind in den vergangenen zwei Tagen mindestens 20 Zivilisten und Sicherheitskräfte in Afghanistan getötet worden. In der westafghanischen Provinz Farah starben bei Angriffen der Taliban auf zwei Sicherheitsposten in der Nacht mindestens sieben Polizisten und Soldaten. Einer der Posten befand sich in der Provinzhauptstadt.

Afghanische Medien und Behörden meldeten am Donnerstag auch einen Talibanangriff auf einen Sicherheitsposten in der schwer umkämpften südafghanischen Provinz Helmand. Bei der mehrstündigen Schießerei starben demnach mindestens acht Polizisten.

Überfälle der Taliban auf Sicherheitskräfte gibt es mittlerweile mehrmals wöchentlich. 2016 waren im Kampf gegen die zunehmend erfolgreichen Islamisten mehr als 8000 Sicherheitskräfte getötet und mehr als 14.000 verletzt worden. 2017 hat die afghanische Regierung die Opferzahlen in Armee und Polizei nicht mehr veröffentlicht.

vks/dpa



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